04.04.2017 09:20 |

Drama um Wörglerin

Jenny trieb 58 Tage im Inn: Todesursache unklar

Vor zwei Monaten verschwand Jennifer V. (26) spurlos, Kriminalisten gehen davon aus, dass sie seitdem tot im Wasser getrieben ist. Der äußere Zustand der Leiche ist sehr schlecht, eine Obduktion auf der Gerichtsmedizin konnte keine Spuren einer Gewalttat feststellen. Die Familie sagt: "Das war sicher kein Selbstmord!"

Die Identifizierung der Toten ist abgeschlossen, es handelt sich tatsächlich um die zweifache Mutter mit serbischen Wurzeln. Ihre Mutter reiste am Montag mit ihren Söhnen in die Gerichtsmedizin nach Innsbruck, um die Tochter zu sehen. Doch die Familie wurde gar nicht zur Leiche vorgelassen. Wenigstens ein Foto des Tattoos der Toten solle man ihr zeigen, damit sie Gewissheit habe. Dieser Wunsch wurde der Familie schließlich gewährt.

Keine Spuren von Gewalt

Die Obduktion ist vorerst abgeschlossen. Ergebnis: "Es sind keine Spuren äußerer Gewalteinwirkung feststellbar. Die Todesursache ist unklar", sagte Hansjörg Mayr, Sprecher der Staatsanwaltschaft Innsbruck. Man müsse bedenken, dass die Frau jetzt acht Wochen im Wasser gelegen hat", sagte Mayr. Der Zustand der Leiche sei als sehr schlecht zu beschreiben. Ausständig ist noch die toxikologische Untersuchung der Leiche, um zu klären, ob sich irgendwelche Substanzen im Körper befunden haben.

Antrag auf U-Haft gestellt

Es könne durchaus sein, dass es nicht mehr gelingt genau festzustellen, woran Jennifer gestorben ist, sagt StA-Sprecher Hansjörg Mayr. Das Gericht wird Dienstag im Laufe des Tages entscheiden, ob neuerlich Untersuchungshaft über den Schwiegervater verhängt wird. "Wir haben Antrag auf U-Haft gestellt. Wir waren uns beim ersten Antrag schon sicher, dass der Verdächtige etwas mit dem Verschwinden der Frau zu tun hat", sagte Mayr. Der Schwiegervater saß bereits 14 Tage in Haft. Er wurde Sonntag in die Justizanstalt Innsbruck eingeliefert.

Jennys Familie ist jedenfalls zu 100 Prozent überzeugt: "Das war sicher kein Selbstmord!" Die Kinder im Alter von 2 und 4 Jahren sind derzeit beim Vater und Ehemann von Jenny.

"Verbrechen hat Einzug gehalten"

Wurde Jennifer kaltblütig getötet? Ist ihr Schwiegervater der Mörder? "Derzeit ist es noch zu früh, um etwas sagen zu können. Wir müssen die weiteren Untersuchungsergebnisse sowie den Entscheid des Haftrichters abwarten", schildert Anwalt Mustafa Tuncer, der den 42-jährigen Verdächtigen vertritt.

Erschüttert ist die Wörgler Stadtchefin Hedi Wechner: "Es ist für uns alle eine sehr tragische Angelegenheit. Vor allem weil man merkt, dass in unserer sonst so ruhigen Kleinstadt offenbar das Verbrechen Einzug gehalten hat."

Einer, der mit Jennifer und deren Gatten geschäftlich zu tun hatte, ist Versicherungsmakler Andreas Kovacevic. Als Kenner der serbischen Bevölkerungsgruppen schildert er der "Krone": "Jennifer und ihre angeheiratete Familie stammen aus einem bestimmten Kulturkreis. Hier gelten bei der Ehe andere Gegebenheiten als bei uns, wie etwa der Verkauf der Tochter für eine zwingende Heirat. Wenn etwas schief geht und man sich scheiden lassen will, wird das von der Familie nicht leicht hingenommen."

Philipp Neuner, Hubert Rauth, Hubert Berger - Kronen Zeitung

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