Di, 19. Februar 2019
21.03.2017 16:57

Zahlen lügen nicht

Erneut unter 60: Die Tricks mit dem Pensionsalter

Nun liegen die offiziellen Zahlen der Sozialversicherung auf dem Tisch: 2016 sind die Österreicher (ohne Beamte) im Schnitt mit unter 60 Jahren in Pension gegangen. Es gibt zwei Varianten: Lässt man die "Reha-Geld"-Bezieher draußen, sind es 59,9 Jahre. Werden sie mitgerechnet, kommt man auf 59,2 Jahre.

Vor einigen Tagen gab es Aufregung, weil das Finanzministerium öffentlich an den Zahlen des Sozialministers zweifelte, die "geschönt" sein sollen. Tatsächlich weichen diese von jenen Werten ab, die über jeden Zweifel erhaben sein sollten: Denn der Hauptverband hat vor Kurzem seine Statistik "Sozialversicherung in Zahlen" online veröffentlicht.

Dort ergibt sich folgendes Bild: Das Zugangsalter steigt über die Jahre sehr langsam an. 2010 lag es im Schnitt bei 58,1 (Männer und Frauen), 2016 bei 59,2 Jahren (siehe Grafik oben).

"Reha-Geld" ließ Antrittsalter nur kurz steigen
Ein etwas anderes Bild ergibt sich, wenn man der "Methode" folgt, die der damalige Sozialminister Rudolf Hundstorfer 2013 eingeführt hat: Alle Bezieher von Invaliditätspensionen unter 50 bekommen seither keine "I-Pension", sondern ein "Reha-Geld", weil man hofft, sie später wieder in den Arbeitsmarkt integrieren zu können. Dadurch fielen 13.000 Personen unter 50 aus der Statistik und das Antrittsalter schnellte von 2013 (da war es 58,5) bis 2015 auf 60,2 in die Höhe.

Doch die Hoffnung ging nicht wirklich auf. Nur 500 der "Reha-Geld"-Bezieher fanden zurück zur Arbeit. Hingegen landeten 3000 inzwischen in der Invaliditätspension. Dadurch sank das Antrittsalter 2016 wieder auf 59,9 Jahre. Das Sozialministerium hat diese Berechnung nicht anerkannt, was hinter den Kulissen zu heftigen Diskussionen führt.

Manfred Schumi, Kronen Zeitung

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