Mi, 22. August 2018

Fördermittel fehlen

19.12.2016 05:56

Werner Schlager schließt seine Tischtennis-Academy

Dies ist das Ende einer großen Idee im österreichischen Sport: Nach sechs Jahren schließt die Werner-Schlager-Academy in Schwechat am 31. Dezember ihre Tore. Schlager, 2003 Tischtennis-Weltmeister, gibt seinen Versuch auf, dieses in Europa einmalige Trainingszentrum zu retten. Dafür hat er einfach keine Kraft mehr.

"Ich brauche jetzt eine Auszeit, Ruhe und Kraft für meine Familie", begründet Schlager den Schritt, "sein" Baby, die Academy, für immer in Schwechat aufzugeben. Der Beginn des Endes war vor einem Jahr gekommen, als der damalige Geschäftsführer und Gesellschafter nach wirtschaftlichen Problemen den Konkurs der Academy angemeldet hatte und ein Insolvenzverfahren eröffnet wurde.

Schlager erwarb mit einer GmbH unter anderem die Namensrechte für die Academy und hielt den Trainingsbetrieb noch aufrecht. Für diesen Neustart konnte der 44-Jährige, Europas letzter Tischtennis-Weltmeister im Herren-Einzel, aber leider nicht mehr die notwendigen Fördermittel sichern.

Hohe sechsstellige Summe verloren
Nach eigenen Angaben hat der 44-Jährige eine hohe sechsstellige Summe an Privatvermögen in der Academy verloren. Sein Zentrum, das seine Lebensgefährtin Bettina Müller von Beginn an mit geplant hatte, war seit Jänner 2011 in Europa ohne Gegenstück. Der Weltverband hat nur dieses und eines in Peking mit der höchstmöglichen Auszeichnung versehen. Aus aller Welt, auch aus China, kamen die Tischtennis-Stars zum Training nach Schwechat. Österreichs Stars wie der zweimalige Europameister Stefan Fegerl hatten stets ideale Trainingspartner zur Verfügung. Mit ein Grund für die großen Erfolge der letzten Jahre.

Umzug nach Stockerau?
Österreichs Tischtennis-Verband will jetzt das Zentrum als eigene Akademie (aber eine Spur kleiner) retten. Noch am Montag soll dafür die Finanzierung für das nächste halbe Jahr gesichert werden. Was danach kommt, steht leider abervöllig in den Sternen. Vielleicht folgt ein Umzug nach Stockerau.

Olaf Brockmann, Kronen Zeitung

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