04.11.2016 13:45 |

Nach Calais

Wildes Flüchtlingslager in Paris geräumt

Die französischen Behörden haben am Freitag ein wildes Flüchtlingszeltlager in der Nähe der Metrostation Stalingrad geräumt. 3852 Migranten wurden laut der Regionalpräfektur von der Straße geholt und in mehreren Zentren in der Region untergebracht. Seit mehr als einem Jahr bilden sich in Paris immer wieder solche Lagerplätze, weil offizielle Unterkünfte voll sind. Nach der Räumung des "Dschungels" von Calais campieren nun auch wieder mehr Migranten in Paris.

Eine Sprecherin der zuständigen Präfektur begründete die Räumung einerseits mit humanitären Gründen, aber auch mit dem Ziel, Sauberkeit und Ordnung in dem betroffenen Viertel wiederherzustellen. Die Menschen sollen nun geordnet untergebracht werden. "Das ist ein großer Einsatz", sagte Regionalpräfekt Jean-Francois Carenco. Einige Menschen sollten vorübergehend in Sporthallen gebracht werden, bevor sie in andere Unterkünfte einziehen können.

Die Stadt Paris plant anschließend die Öffnung eines humanitären Aufnahmezentrums, um die Entstehung neuer wilder Lager zu verhindern. Dort sollen Neuankömmlinge für einige Tage unterkommen, bevor der Staat ihnen Plätze in anderen Unterkünften zuweisen kann.

Täglich kommen bis zu 70 Migranten in Paris an
Bisher lagerten meist kurz nach der Auflösung eines Lagerplatzes wieder Menschen auf der Straße. Seit Juni des Vorjahres wurden bei 29 Räumungen mehr als 19.000 Migranten untergebracht. Laut Angaben der Stadt Paris kommen täglich zwischen 50 und 70 Migranten in Paris an.

Unterschiedliche Angaben gab es dazu, inwieweit die Räumung des Flüchtlingscamps von Calais die Lage verschärft hatte. Die Behörden hatten das berüchtigte Elendslager am Ärmelkanal vergangene Woche geräumt und Tausende Migranten in Aufnahmezentren in anderen Regionen gebracht.

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