Sa, 20. Oktober 2018

Anrainer empört

05.10.2016 10:53

"Bauprojekte sind Verhöhnung für den Stadtteil"

Faustdick kam es heuer bisher auf die Bewohner des Innsbrucker Siedlungsgebietes Sieglanger, Klosteranger, Mentlberg zu. Zuerst das Thema Flüchtlingsheim, das sich seit Februar wie ein Kaugummi in die Länge zieht, dann noch Pläne für riesige Wohnkolosse. "Eine reine Verhöhnung für unser Ortsbild", lautet die Kritik.

Wenn die "IG Sieglanger, Klosteranger, Mentlberg" rund um dessen Chef Thomas Mayer zur Bürgerversammlung lädt, brodelt es unter den Bewohnern bereits gehörig. Das war im Frühjahr beim Thema Flüchtlingsheim schon so - und am Montag Abend auch wieder.

200 Anrainer kamen zur Versammlung

Hauptthema bei der Versammlung, zu der weit über 200 Anrainer gekommen sind, waren die umstrittenen Bauprojekte, die auf den Stadtteil zukommen. Wie berichtet, soll etwa am Klosteranger ein riesiger Wohnkomplex mit sieben teils 19 Meter hohen "Silos" und 129 Wohnungen entstehen.

"Der Verdichtungswahn geht weiter", war zu hören. Anwohnersprecher Josef Kantner ging noch weiter: "Es ist die reinste Verschleierungspolitik, wir wurden nicht informiert, nur belogen und getäuscht." Zwar habe es von Seiten der Stadt und des Wohnbauträgers eine Projektpräsentation gegeben, bei dieser sei man aber "deppert gestorben".

"Bevölkerung im Stadtteil würde um 40 Prozent steigen"

Für Unmut sorgte auch die Info von IG-Sprecher Mayer, dass auf dem Areal des Sieglanger Sportplatzes ein weiterer Wohnkoloss entstehen soll - mit 120 Wohnungen. "Die Bevölkerungszahl im Stadtteil würde mit den beiden Projekten auf einen Schlag um 40 Prozent steigen", warnte er. "Wir sind nicht gegen Wohnbau, aber es soll mit Hirn gebaut werden. Es fehlt an Infrastruktur, der Kindergarten stößt jetzt schon an seine Grenzen, Geld für die Schulrenovierung ist derzeit auch keines da."

Kantner ergänzte: "Innsbruck hat kein Raumordnungskonzept, nur ein Flickwerk. Die Projekte sind die reinste Verhöhnung!"

Wirrwarr um Asylheim

Kommt das Asylheim für 70 minderjährige Flüchtlinge unterhalb der Justizanstalt oder nicht? Auch diese Frage brannte den Besuchern unter den Nägeln. Seit Monaten (!) scheitert die Umsetzung an einem Sicherheits- und Betreuungskonzept. Heute Nachmittag folgt eine weitere Besprechung zwischen Stift Wilten als Grundeigentümer und der zuständigen LR Christine Baur. Ergebnis offen ...

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