20.09.2006 08:40 |

Scharfe Angriffe

Ahmadinejad kritisiert vor UN-Vollversammlung USA

Mit scharfen Angriffen auf die USA hat der iranische Präsident Ahmadinejad die Atompolitik seines Landes verteidigt. "Alle unsere nuklearen Aktivitäten sind transparent, friedlich und geschehen unter den wachsamen Blicken der Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde", sagte Ahmadinejad am Dienstag vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York.

Andere Regierungen hätten dagegen die Atomtechnik zum Bau von Atombomben "missbraucht" und diese Waffen "mit einer traurigen Bilanz gegen die Menschheit eingesetzt", sagte er in Anspielung auf die USA. Ahmadinejad verurteilte die USA und Großbritannien als Hegemonialmächte, die mit ihrer Rolle im Weltsicherheitsrat dessen Glaubwürdigkeit und Effizienz in Frage stellten.

Ahmadinejad fordert festen UN-Sitz
Um Ausgewogenheit in dem höchsten UNO-Gremium zu schaffen, sollte den Blockfreien Staaten, der Organisation der Islamischen Staaten und dem afrikanischen Kontinent umgehend je ein fester Sitz mit Vetorecht gegeben werden, forderte der iranische Präsident. Langfristig sei die ernste und umfassende Reform des Sicherheitsrates unabdinglich, erklärte Ahmadinejad.

Kritik an Nahost-Politik der USA
Zugleich kritisierte Ahmadinejad die Nahost-Politik der USA und Großbritanniens. Im Irak seien "die Besatzer" nicht in der Lage, für Sicherheit zu sorgen. Zudem fehle es ihnen am politischen Willen, "die Ursachen der Instabilität zu beseitigen". Im Libanon hätten "gewisse Mächte" den UNO-Sicherheitsrat daran gehindert, für einen Waffenstillstand einzutreten, sagte der iranische Staatschef in einer weiteren Anspielung auf die USA.

Gespräche über Atomprogramm
Die Außenminister der fünf Vetomächte im UNO-Sicherheitsrat und Deutschlands sind indessen am Rande der UNO-Vollversammlung zu Gesprächen über das iranische Atomprogramm zusammengekommen. Die Minister verweigerten vor ihrem Treffen am Dienstagabend (Ortszeit) jeden Kommentar.