Sa, 23. März 2019
25.09.2016 20:43

70% gegen Abriss

Seekirchen stimmte ab: Der Hofwirt wird bleiben

Ein wenig Zittern und Bangen war bei Bürgermeisterin Monika Schwaiger schon dabei, als die Urnen am Sonntagvormittag noch ziemlich leer blieben. Um 17 Uhr stand fest: Fast 70 Prozent der Seekirchener wollen, dass das Traditionsgasthaus bleibt. Die grüne Liste LeSe, die für den Abriss kämpfte, gab sich versöhnlich.

8398 Seekirchener waren am Sonntag zur Abstimmung aufgerufen, 3530 gaben eine gültige Stimme ab, was eine Wahlbeteiligung von 42,51 Prozent bedeutet. Strahlend verkündete ÖVP-Bürgermeisterin Monika Schwaiger das Ergebnis, unterstützt von den Mitstreitern aus der SPÖ, FPÖ und der FWS. Woran hat es am Ende gelegen? "Es hat die Vernunft gesiegt, ein Abriss wäre kein gutes Bild für Seekirchen gewesen. Die Leute waren wohl auch beeindruckt von der großen Allianz der vier Parteien, die sich für den Erhalt stark gemacht haben. Normal gibt es sowas nicht."

Der Hofwirt soll nun saniert werden, die Pläne und Wünsche wurden bereits vorgestellt: "Wir werden das Thema am Donnerstag in der Gemeindevertretungssitzung genau besprechen. Überstürzen möchte ich aber trotzdem nichts. Wir können bei den Plänen des Sieger-Architekten noch viel mitgestalten und die Ideen der Bürger mit einarbeiten", sagt Schwaiger. LeSe-Vizebürgermeister Walter Gigerl, der mit 900 Unterschriften die Bürgerabstimmung erst möglich machte und anstelle des Gebäudes einen Platz der Begegnung forderte, nahm das Ergebnis sportlich an: "Die Wahlbeteiligung war zufriedenstellend. Wir werden uns jetzt bei der Weiternutzung des Hofwirtes mit Anregungen einbringen." Schwaiger dazu erleichtert: "Mit mir kann man über alles reden, nur nicht über den Abriss."

Streit ging 2015 los, Bürgerbegehren folgte
Die Geschichte des Hofwirts mitten in der Stadt geht bis auf das Jahr 1437 zurück. 2015 hat die Gemeinde das Haus für 550.000 Euro gekauft und wollte es für zwei Millionen Euro umgestalten. Die LeSe ortete daraufhin ein Millionengrab. Schwaiger möchte jetzt die Gastronomie verpachten und den Saal im 1. Stock für Vereine bereitstellen, unter anderem als Festsaal. Dazu soll noch eine Greißlerei kommen.

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