Die Geldnot ist groß und die Spielräume sind klein: Golling kämpft mit der Finanzkrise. Von einem Kindergarten träumt man im Ort, es geht sich aber nur eine Krabbelgruppe aus.
„Wir kommen durch das Jahr 2026 durch!“ – wenn ein Bürgermeister so über das Budget reden muss, weiß man, welche Stunde es geschlagen hat. Finanzielle Sorgen sind aber keine Gollinger Einzelerscheinung: Quer durch das gesamte Land klagen die Gemeinden über Geldnot. Gollings Ortschef Martin Dietrich bringt es auf den Punkt: „Wir verwalten nur mehr und gestalten nicht mehr.“
Im Detail heißt das, dass wegen der Budgetknappheit keine größeren Investitionen vorgesehen sind. Eine Kleinkindgruppe sollte sich ausgehen. Die ist auch vorgesehen. Dietrich erklärt: „Die Eltern müssen immer früher arbeiten, der finanzielle Druck in den Familien wird größer. Der Wegfall der Bildungskarenz spielt da auch mit rein. Somit haben wir mehr Bedarf an einer Krabbelgruppe.“
Die Ertragsanteile – also jene Gelder, die die Gemeinden vom Bund erhalten – seien laut dem Ortschef der Preissteigerung nicht gefolgt. Eine Kommune sei in der Produktivitätsfalle. „Als Gemeinde kann ich nicht, wie bei einer Firma, etwa Personal einsparen, wenn nicht genug Geld reinkommt. Früher war ein Delta von den Ertragsanteilen zu den Kosten zu unseren Gunsten, jetzt haben wir ein Minus davor.“
Trotz allem habe die Gemeinde die Gebühren im Ort nur moderat angehoben. Sechs bis sieben Prozent sind es – man wolle endlich kostendeckend fahren. Stolz ist der Ortschef in dieser Krisenzeit darauf, dass die gesamte Gemeindevertretung diese Erhöhungen mittrage: „Jeder weiß, wie wir dastehen, und versteht das. Wir arbeiten gemeinsam, reden darüber und finden einen Kompromiss.“
Golling würde zwar gerne einen neuen Kindergarten bauen, dieser stehe aber derzeit komplett in den Sternen. Der Ort habe den zweithöchsten Schuldenstand pro Kopf im Tennengau: „Dafür haben wir ein modernes Seniorenhaus und den Hochwasserschutz erneuert“, argumentiert Dietrich.
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