„Schau nur nach vorne“

Ex-ÖSV-Ass feiert nach Nationenwechsel erste Siege

Wintersport
26.01.2026 15:27

Eine starke Vorstellung! Nach ihrem Nationenwechsel gelangen Ex-ÖSV-Ass Carina Edlinger beim Para-Biathlon-Weltcup im polnischen Jakuszyce in der Verfolgung und im 12,5 km-Rennen ihre ersten Siege für Tschechien: „Es ist schön zu sehen, wie sehr meine Erfolge gefeiert werden.“

In ihrer Spezialdisziplin Langlauf, in der sie für Österreich sechs Goldmedaillen bei Großereignissen gewonnen hat, darf die sehbehinderte Carina Edlinger wegen einer FIS-Regelung beim Thema Nationenwechsel (fester Wohnsitz seit mindestens zwei Jahre) nicht bei den Paralympics in Cortina starten. Daher konzentriert sich die seit dieser Saison für Tschechien startende Salzburgerin auf den Biathlon. Am 16. Februar bekommt Carina Bescheid, ob sie eine Wildcard für die Paralympics bekommt. Aber das sollte normal nur noch eine Formsache sein.

Siege kamen in den TV-Hauptnachrichten
Nach Podestplatzierungen beim Weltcup in Canmore (Kanada) im Dezember feierte Carina, die jetzt mit Nachnamen Edlingerova heißt, beim Weltcup im polnischen Jakuszyce ihre ersten Siege. Diese stießen in Tschechien auf große Aufmerksamkeit. Sie kam sogar in den TV-Hauptnachrichten vor. Besonders angetan zeigte sich Edlinger von ihrer Schießleistung. Beim Sieg über die 12,5 Kilometer passierte ihr nur ein Fehler: „Die Waffe ist jetzt mein Freund, ich habe es viel trainiert. Es ist schön, wenn es dann so aufgeht.“

Das Schießen beim erfolgt über 50 Meter, wobei Athleten mit Sehbehinderung elektronische Gewehre (Infrarot) mit akustischen Signalen nutzen. Die Zielscheiben sind 21 Millimeter groß. Carina, die sich in Österreich mehr Anerkennung und Unterstützung gewünscht hatte, sagt: „Das Ziel ist also kleiner als eine Ein-Euro-Münze.“

Carina Edlingers Blindenhut „Riley“, der bei allen bisherigen Erfolgen dabei war, ist weiter an ...
Carina Edlingers Blindenhut „Riley“, der bei allen bisherigen Erfolgen dabei war, ist weiter an ihrer Seite.(Bild: ÖPC/GEPA Pictures)

„Darf das nicht persönlich nehmen“
Die Enttäuschung, dass sie den österreichischen Pass abgeben musste („ich hatte eigentlich alle Voraussetzungen für eine Doppel-Staatsbürgerschaft“) und bei einer Rückkehr einen Deutsch-Test und einen Geschichte-Test machen muss, ist verraucht: „Ich darf das Ganze nicht persönlich nehmen. Ich schaue nur noch nach vorne.“

Montag Abend kam sie nach einer sehr langen Heimreise („wegen der Neuschneemengen in Deutschland konnte wir auf der Autobahn teilweise nur 50 km/h fahren“) daheim in Fuschl am See an. Dort heißt es jetzt Wäsche waschen. Denn schon Dienstag geht es wieder weiter: „Jetzt beginnt die heiße Vorbereitung auf die Paralympics.“ Nach zwei Siegen, vier Podestplatzierungen und Rang zwei im nun abgeschlossenen Gesamtweltcup ist sie für Cortina eine heiße Medaillenkandidatin.

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