Fr, 17. August 2018

Nach Beschwerde

16.08.2016 16:56

Groß-Kraftwerk muss nun doch in die Umwelt-Prüfung

Bis zu 1000 Megawatt Spitze könnte es liefern - weit mehr als etwa der verhinderte Zwentendorfer Atommeiler. Jetzt ist der Weg zu einer Realisierung des Pumpspeicherkraftwerks auf der Koralm allerdings um einiges länger geworden: Das Bundesverwaltungsgericht gab den Naturschützern Recht, die Umweltverträglichkeit muss geprüft werden.

Über zehn Millionen Kubikmeter Wasser sollen die beiden Stauseen fassen. Auf einem Gefälle von rund 700 Höhenmetern könnten gewaltige Engpassleistungen erzielt werden. Noch im Mai - die "Krone" berichtete - freuten sich die Projektwerber rund um Alfred Liechtenstein und Peter Masser über einen Bescheid der steirischen Landesregierung, wonach eine Umweltverträglichkeitsprüfung gar nicht notwendig sei. Als Grund wurde unter anderem die Verkleinerung des Landschaftsschutzgebietes auf der Koralm genannt.

Umweltverträglichkeitsprüfung verzögert Bau um rund ein Jahr
Das stieß den Umweltschützern sauer auf. Umweltdachverband, WWF/ Ökobüro und der Verein VIRUS brachten Beschwerde ein - und bekamen jetzt Recht. Das Bundesverwaltungsgericht ordnete eine UVP an.

Die steirische Umweltanwältin Ute Pöllinger begrüßte die Entscheidung. Sie rechnet damit, dass die UVP mit Gutachten, Verhandlungen und eventuellen Einsprüchen ein Jahr in Anspruch nimmt. Michel Proschek-Hauptmann, Geschäftsführer im Umweltdachverband, sprach angesichts des Projekts gar von "Gigantomanie" und bejubelte einen "Etappensieg in Sachen Umweltrecht".

Projektsprecher: "Wir fürchten uns nicht!"
Weniger euphorisch nahm Projektsprecher Thomas Stelzl die Entscheidung auf, sagt aber: "Wir fürchten uns nicht, weil wir die Unterlagen schon vorher fertig hatten." Die Auflagen seien ohnehin streng gewesen. "Doch natürlich tut es weh, wenn man in so eine künstliche Warteschleife kommt", gibt Stelzl zu, der auf die volkswirtschaftlichen Dimensionen des 1,3 Milliarden teuren, rein privat finanzierten Projekts hinweist: 1000 Steirer sollen für fünf Jahre beschäftigt werden, 950 Millionen an Wertschöpfung im Land bleiben.

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