So, 22. Juli 2018

Violette Krise

21.04.2016 15:51

Jetzt droht Wiener Austria der "Pleiten-Hattrick"

Aus im Cup-Halbfinale mit einer 2:5-Watsche gegen Salzburg. Somit seit sechs Spielen ohne Sieg. Auch in der Meisterschaft schrumpfte der Vorsprung auf den Viertplatzierten auf magere zwei Pünktchen - ja, es herrscht Krisenstimmung bei der Wiener Austria. Wieder einmal. Rechtzeitig zum Saisonfinish. Die Klubführung versucht, Ruhe auszustrahlen. Aber fix ist: Sollte das dritte Mal der Europacup verpasst werden, ist Feuer am Dach.

Nur schleunigst weg aus Salzburg. Das war Mittwoch kurz vor Mitternacht die Devise der Wiener Austria. Weg von einer 2:5-Schmach. Nicht mehr daran denken müssen. Auf Höhe Amstetten West wurde das "Fluchtgefährt", getarnt als Bus mit den violetten Kickern, zumindest vom Schreiber dieser Zeilen eingeholt.

Eingehend grübelnd, ob es jemals eine vergleichbar schwache zweite Halbzeit in der Geschichte der Austria gegeben hat. Die mit 1:5 verloren wurde. Man muss lange zurückdenken. Am 18. September 1991 im damaligen Meistercup gegen Arsenal. 0:1 zur Pause, 1:6-Endstand. Einer österreichischen Mannschaft gelang das Kunststück, der Austria in einer Halbzeit eines Bewerbsspiels fünf Tore einzuschenken, vor 60 (!) Jahren.

Rapid, am 10. Mai 1956, verwandelte einen 0:2-Pausenrückstand in einen 5:3-Derbysieg. Damals beendete die Austria die Saison auf Rang vier. Der diesmal für einen Europacup-Startplatz reichen könnte. Wenn Red Bull Salzburg das Double holt. Dann spielt nämlich nicht der Final-Verlierer, sondern der Viertplatzierte international. Für Fink und Co. dennoch uninteressant.

Ziel bleibt Platz drei
Saisonziel bleibt Platz drei und damit die direkte Qualifikation. Ohne fremde Hilfe. In den ausstehenden fünf Liga-Partien hat man nur gegen ein Team eine negative Saisonbilanz - Salzburg. Gegen das man - wie erwähnt - am Mittwoch im Cup-Halbfinale 2:5 unterging. Und dennoch auf die gute erste Halbzeit aufbauen will. "Was ich der Mannschaft vorwerfen kann? Dass sie in der zweiten Halbzeit nicht so weitergespielt hat", war auch Trainer Thorsten Fink verärgert.

45 Minuten gelang es, Pressing auszuüben, Salzburg zu hohen Bällen zu zwingen. Während die Bullen aber mühelos einen Gang zulegen konnten, ging Violett scheinbar die Kraft aus. Kein gutes Zeichen für das Saisonfinish. Versiebt man zum dritten Mal in Folge den internationalen Startplatz, wird es kein Fluchtgefährt geben. Diese Schmach wird Violett immer einholen. Aber nicht erst bei Amstetten West.

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