So, 19. August 2018

Wikipedia-Gutachten

14.04.2016 16:26

Experten erweisen Naturschutz einen Bärendienst

Die Ausweisung von 40 "Natura 2000"-Gebieten in Kärnten sorgt seit Wochen für einen heftigen Konflikt zwischen dem Land und Grundbesitzern, die vor Nachteilen warnen. Und ihre Befürchtungen sind offenbar nicht unbegründet. Denn das Fachgutachten über die potenziellen Schutzgebiete strotzt vor Ungereimtheiten. Mit zum Teil aus dem Internet kopierten Stellungnahmen haben die Experten des Landes dem Naturschutz einen Bärendienst erwiesen.

Mit dem "Natura 2000"-Fachgutachten, das der "Krone" vorliegt, haben sich behördlichen Naturschützer nicht gerade ausgezeichnet. "Hier wurde kreuz und quer aus dem Internet zusammenkopiert", ärgert sich ein aufmerksamer "Krone"-Leser, der das offizielle Dokument ganz genau überprüft hat. Die Quellen der Experten sind neben Wikipedia auch der WWF Schweiz sowie Internetseiten wie etwa Libellenwissen.de (siehe auch Faksimile links).

Verständlich, dass sich immer mehr Grundbesitzer gegen so einen fachlich äußerst fragwürdigen Naturschutz stellen. Denn die Experten behaupten unter anderem sogar, dass es in den Nockbergen Luchse gebe. Laut Natura 2000-Schutzgebietsinformationen müssten gleich mehrere Wildkatzen samt ihrem Nachwuchs dort ihre Fährten ziehen. Dem widerspricht der erfahrene Luchsspezialist Paolo Molinari: "Wir haben gar keine Hinweise auf ein Vorkommen."

Ähnliches gilt auch für den Dobratsch. Dort sollen laut Unterlagen zahlreiche Braunbären leben. Und dem nicht genug, hatten sich Fisch- und Seeadlerbestände in den Schutzgebietsbericht für Walterskirchen am Wörthersee geschwindelt. Kurios: Nachdem der Fehler korrigiert war, musste sich Kärnten gegenüber der EU rechtfertigen, warum man die Adler ausgerottet hatte.

"So erweist man dem Naturschutz einen Bärendienst!", meinen Kritiker.

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