Mi, 19. Dezember 2018

Vor Bahrain-GP

01.04.2016 13:44

Alonso: "Wir sind um unseren Sport besorgt"

Die Formel-1-Piloten haben vor dem Rennen in Bahrain präzisiert, welche Ziele sie mit ihrem jüngsten, offenen Brief erreichen wollen. Kritik an speziellen Personen kam aber auch bei der üblichen Fahrer-Pressekonferenz nicht. "Es geht darum, dass wir unseren Sport lieben", sagte Fernando Alonso. "Wir sind einfach um unseren Sport besorgt."

Die sogenannte "Königsklasse" des Motorsports taumelt seit einigen Jahren durch ein Wellental an technischen und sonstigen Regel-Lawinen und ist zuletzt auch für die Fans ziemlich undurchschaubar geworden. Im Bemühen um Reformen und neue Strukturen für eine Formel 1, die Fahrern und Zuschauern wieder Spaß macht, herrscht zumindest unter den Piloten großteils Einigkeit.

Der Blick ist dabei schon auf 2017 und darüber hinaus gerichtet. Denn die Versuche, schon 2016 für mehr Spannung zu sorgen, sind teilweise arg daneben gegangen. Das K.o.-Qualifying geriet beim Auftakt in Melbourne wie erwartet zur Farce, schon am nächsten Tag wurde von den Teams vollmundig und angeblich einstimmig die Rückkehr zum alten Format gleich in Bahrain angekündigt.

Sorgt wieder "Einzel-Kupplung" für Spannung?
Nun wird das Knock-out-System am Samstag im Insel-Königreich im persischen Golf aber doch wieder angewendet. Man kann nur hoffen, dass etwas Anderes erneut zur erhofften Durchmischung der Startaufstellung sorgt. In Melbourne war es die bisher wenig beachtete Rückkehr zum Startprozedere mit nur einem Kupplungshebel (statt wie bisher zwei) am Lenkrad gewesen.

Das und nicht das K.o.-Qualifying sorgte dort dann dafür, dass die beiden Mercedes am Start nicht nur von beiden Ferraris überholt wurden und in der Folge für eine unterhaltsame Aufholjagd und ein spannendes Rennen. "Es ist eine Herausforderung, weil es nun schwieriger geworden ist", gab Nico Rosberg zu, mit der Einpedal-Technik noch üben zu müssen. Auch der deutsche Mercedes-Vizeweltmeister wollte nicht ausschließen, dass es zumindest in den nächsten Rennen zu ähnlichen Szenen am Start kommen könnte.

Getoppt wurde das Australien-Rennen vom gefährlichen Unfall Fernando Alonsos. Der Spanier ist damit quasi zum zweiten Mal in Folge mit einem Unfall in die Saison gestartet, nachdem er 2015 den WM-Start wegen seines ominösen Testunfalls in Spanien verpasst hatte. Schon damals hatte man einen etwaigen Stromschlag als Ursache vermutet. Die Frage, ob er in Melbourne beim Verlassen seines auf der Seite liegenden McLaren-Wracks Angst gehabt hätte, in die elektrische Hochspannung zu kommen, verneinte Alonso aber.

Alonso: "Keine Albträume, nur Schmerzen"
"Das ist meine 16. Formel-1-Saison und es ist normal, dass ab und zu Unfälle passieren", wiegelte der zweifache Weltmeister ab, obwohl er nun auch das Rennen in Bahrain wegen seiner spät entdeckten Rippenbrüche auslassen muss. Albträume habe er jedenfalls keine. "Nur hin und wieder Schmerzen", scherzte er.

Hier im Video sehen Sie Alonsos spektakulären Unfall in Australien:

Nächstes Jahr soll die Formel 1 ein runderneuertes Gesicht bekommen und diesmal wollen die Piloten bei den Entscheidungen mitreden. Das sei das eigentliche Bestreben der Fahrer-Vereinigung GPDA, die vom österreichischen Ex-Piloten Alexander Wurz sowie den aktuellen WM-Teilnehmern Sebastian Vettel und Jenson Button angeführt wird, hieß es.

Vettel sorgt sich dabei schon um die Regeln für 2017. "Was wir wirklich ankreiden, ist, dass im Rennen nicht mehr der Speed gefahren wird, weil die Autos schwerer sind. Weil die Reifen schneller abbauen und nicht so konstant sind wie es noch vor Jahren der Fall war. Wenn man die Autos jetzt generell schneller macht, macht es die eine Runde (in der Qualifikation) schneller. Und wenn man noch einen weicheren Reifen bringt, noch schneller. Aber im Rennen ist uns damit nicht wirklich geholfen", sagte der Ferrari-Star.

Rosberg: "Fahren hauptsächlich für die Fans"
Rosberg verwies zunächst auf einen anderen Aspekt. "Wir fahren für die Fans, hauptsächlich für die Fans." Dass die Autos künftig mehr Anpressdruck bekommen sollen, ist für den Deutschen nicht der richtige Weg. "Es macht das Überholen schwerer, ebenso das direkte Hinterherfahren."

Die Piloten sind damit gegen den Trend, der von den Regelhütern vorgegeben wird. Nicht nur Alonso kritisiert deshalb den "Schlingerkurs" der Königsklasse. "In den vergangenen Jahren kam es uns so vor, dass es einmal nach links ging, einmal nach rechts, ohne klare Ausrichtung." Weltmeister Lewis Hamilton brachte es am Ende auf den Punkt. "Die Menschen, die sich die Rennen anschauen, wissen doch gar nichts von all den Kontrollschaltern. Sie wollen Rennen sehen, Rad-an-Rad-Duelle. Sie wollen Zweikämpfe sehen, Rauch, wenn du dich verbremst. Das ist aufregend."

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