19.07.2006 21:24 |

Mörderische Hitze

Über 13 Hitzetote in Europa

In vielen Ländern Europas und in den USA wird die Sommerhitze langsam zur Plage. Während die Menschen in Frankreich über die größte Hitzewelle seit 1893 stöhnen, steuern Italien und der Südosten Englands auf Rekordtemperaturen zu. Die ersten Hitzetoten sind zu beklagen: Bei Temperaturen weit über 30 Grad kamen in Spanien, Frankreich und den Niederlanden mindestens 13 Menschen durch die Hitze ums Leben, etliche Hitzetote wurden auch aus den USA gemeldet. In Spanien und Kroatien kämpfen die Feuerwehren weiter gegen Waldbrände. Vor allem die südspanische Region Cádiz kommt nicht zur Ruhe: Beim vierten Waldbrand in acht Tagen mussten die Behörden 1500 Wohnungen und ein Hotel mit 700 Gästen evakuieren.

Das Feuer brach am Dienstagabend gleichzeitig an drei Stellen aus. Das lässt nach Angaben der Behörden auf Brandstiftung schließen. 80 Hektar hat der Brand innerhalb weniger Stunden eingeäschert, am Tag zuvor 190 Hektar. Ein Bauernhof wurde von den Flammen erfasst, 500 Hühner verbrannten.In Murcia und nahe der Stadt Ourense waren am Montag und Dienstag zwei Arbeiter umgekommen, die in der prallen Sonne gearbeitet hatten.

Neun Tote in Frankreich
In Frankreich sind bereits neun Menschen Opfer der andauernden Hitzewelle geworden. Das teilte Gesundheitsminister Xavier Bertrand mit. Er forderte zu einer verstärkten Mobilisierung der Sozial- und Gesundheitsdienste auf, "denn die Wettervorhersage zeigt uns, dass die Hitzewelle andauern wird." Im August 2003 waren in Frankreich knapp 15.000 Menschen als Folge einer dreiwöchigen Hitzewelle mit Temperaturen von 40 Grad gestorben.

Englische Schulen schließen früher
Im Südosten Englands wurde für Mittwoch ein Temperaturrekord erwartet. Der bislang heißeste Tag auf der britischen Insel war der 12. August 2003 mit 38,5 Grad. Für Mittwoch wurden 39 Grad vorhergesagt. Englische Schulen schlossen früher als sonst, was auch bei heißem Wetter sehr selten vorkommt. Auf den Straßen schmilzt der Teer, vielerorts sind Streuwagen im Einsatz, damit Fußgänger und Fahrradfährer nicht "kleben" bleiben. In Teilen der Londoner U-Bahn wurden am Dienstagnachmittag 47 Grad gemessen.

Niederlande: Tödliche Wanderung
Die Niederlande erleben zum ersten Mal seit 1948 schon die zweite Hitzewelle in einem Jahr. Bei der Viertage-Wanderung von Nijmegen, zu der mehr als 44.000 Menschen an den Start gingen, starben am Dienstag bei weit über 30 Grad zwei Teilnehmer. Die Veranstaltung wurde abgebrochen. Erfrischung gibt es an den Stränden - aber die sind überfüllt.

37 Grad in Italien
In Italien herrscht nach sehr heißen Wochen seit ein paar Tagen fast allerorts schönes Sommerwetter mit Temperaturen um die 30 Grad. Jedoch haben Meteorologen eine neue Hitzewelle angekündigt, die in den nächsten Tagen aus Nordafrika kommt und etwa zehn Tage dauern soll. Die Temperaturen sollen in vielen Städten auf 36 bis 37 Grad steigen. Der Höhepunkt der Hitzewelle wird am Wochenende erwartet.

Ernteeinbußen in Finnland
In Finnland wird nach dem extrem trockenen Sommer mit Ernteeinbußen gerechnet, vor allem bei Getreide, Himbeeren und Johannisbeeren. In Helsinki hat es seit Anfang Juli nicht geregnet. In Dänemark ist die Ernte des Winterweizens stark betroffen. Auf der schwedischen Insel Gotland wurde der voraussichtliche Ernteverlust auf 25 Prozent beziffert, falls das trockene Wetter andauert.

USA: Duschen am Hydranten
Hohe Temperaturen herrschen aber nicht nur in Europa. Seit drei Tagen hat eine Hitzewelle auch die USA von der Ost- bis zur Westküste fest im Griff. In New York und Washington wurden Temperaturen von über 40 Grad gemessen. In vielen Großstädten brachten die Behörden Duschköpfe an Hydranten an, damit sich die Menschen auf der Straße erfrischen können. Zahlreiche Todesfälle wurden mit der extremen Hitze im ganzen Land in Verbindung gebracht.