24.06.2006 23:40 |

Klarer Sieg

Deutschland mit 2:0 über Schweden im Viertelfinale

Fußball-Deutschland bleibt im WM-Rausch: Nach einem Traumstart hat die Mannschaft von Bundestrainer Jürgen Klinsmann am Samstag in München mit dem hoch verdienten 2:0 (2:0)- Sieg im Achtelfinale gegen Schweden ihre erste Reifeprüfung im Turnier abgelegt und braucht nun auf dem angestrebten Weg ins Finale keinen Gegner mehr zu fürchten. Mit seinem Doppelschlag vor 66.000 Zuschauern sorgte Lukas Podolski (4./12.) für den höchsten deutschen Erfolg im K.o.-Spiel einer Weltmeisterschaft seit 20 Jahren.

Mit "Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin"-Sprechchören feierten die deutschen Fans bereits lange vor dem Schlusspfiff ihr Team, das nun mit breiter Brust in das Viertelfinale am Freitag (17.00 Uhr) in der Hauptstadt gehen kann. Gegner ist Argentinien, das am Samstagabend in Leipzig Mexiko mit 2:1 nach Verlängerung eliminierte.

Nach dem souveränen Durchmarsch in der Vorrunde hielt die deutsche Mannschaft auch beim Start in die K.o.-Runde dem großen Erwartungsdruck stand und reihte sich mit einer begeisternden Offensivleistung in den Kreis der Titelkandidaten ein. In der besten ersten Halbzeit seit Jahren spielte die DFB-Auswahl wie aufgezogen und imponierte mit einer bisher kaum erlebten Angriffswucht. Miroslav Klose und Podolski präsentierten sich als blendend harmonierendes und ballsicheres Duo, dem die eigentlich als defensivstark geltenden Schweden wenig entgegenzusetzen hatten. Die Skandinavier verloren zudem Abwehrspieler Teddy Lucic. Der frühere Leverkusener sah in der 35. Minute wegen Foulspiels die Gelb-Rote Karte.

Elfmeter vergeben
Mit den wohl wichtigsten Toren seiner Karriere schraubte der Neu- Münchner Podolski seine Bilanz unter Klinsmann auf 15 Treffer in 21 Länderspielen. Fast noch wirkungsvoller war indes als Vorbereiter sein Nebenmann Klose, der zudem wie seine Teamkollegen aus jeder Position den Torabschluss suchte. Dahinter waren Kapitän Michael Ballack und Torsten Frings unermüdliche Antreiber des deutschen Spiels. Vor allem Ballack zeigte im Zusammenspiel mit Bastian Schweinsteiger viel Präsenz und war oft nur durch Fouls zu stoppen.

Bis auf ein paar gelegentliche Wackler stand die Abwehr, die zum dritten Mal nacheinander zu Null spielte, sicher. Der für Robert Huth ins Deckungszentrum zurückgekehrte Christoph Metzelder bewies in seinem 25. Länderspiel viel Übersicht. Hart bestraft wurde er in der 53. Minute, als der brasilianische Schiedsrichter Carlos Simon einen harmlosen Rempler gegen Henrik Larsson mit Elfmeter bestrafte. Doch der Gefoulte schoss weit über das Tor.

Erstes Tor nach vier Minuten
Arne Friedrich zeigte in der Defensive seine bisher beste Turnier- Leistung. Der Berliner verbiss sich förmlich in Schwedens Regisseur Fredrik Ljungberg, dem er kaum Spielraum gönnte. Nach 310 mehr oder weniger geruhsamen WM-Minuten hatte Jens Lehmann kurz vor der Pause seine erste Prüfung zu bestehen, als er einen Drehschuss des nach seiner Leistenzerrung genesenen Zlatan Ibrahimovic entschärfte (40.). Drei Minuten später zeigte der Keeper eine Unsicherheit, als er einen Flankenball nicht erwischte, doch Philipp Lahm war zur Stelle.

Bei ihrer Rückkehr an die Stätte des 4:2-Auftaktsieges gegen Costa Rica wurde die deutsche Mannschaft von einer Woge der Euphorie, aber auch Temperaturen von mehr als 30 Grad empfangen. Trotz der Hitze begann der Gastgeber furios und legte zum dritten Mal im Turnier einen Traumstart hin. Nach Zuspiel von Ballack setzte sich Klose auf engstem Raum gegen Olof Mellberg und Erik Edman durch und wurde erst von Torhüter Andreas Isaksson am Einschuss gehindert. Dafür war Podolski erfolgreich, der den Ball nach 3:53 Minuten im Nachsetzen mit seinem schwächeren rechten Fuß im Tor unterbrachte.

Druck auf Schwedens Tor
Keine zehn Minuten später stimmten die Fans nach dem nächsten Duett des deutschen Sturmduos bereits erste Freudengesänge "Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin" an. Klose zog im Strafraum drei schwedische Abwehrspieler auf sich und passte überlegt auf Podolski, der mit seinem 15. Tor unter Klinsmann den besten deutschen Länderspiel-Start seit dem 14. November 2001 beim 4:1-Sieg gegen die Ukraine perfekt machte.

Die "Klinsmänner" gaben sich mit dem Vorsprung nicht zufrieden und machten weiter bedingungslos Druck auf das schwedische Tor. Ballack (18.) aus 20 Metern, Klose (31.) nach tollem Flankenlauf von Lahm sowie Frings und Schweinsteiger (beide 33.) mit Distanzschüssen nahmen das Tor Gehäuse von Isaksson, der seine Mannschaft mit tollen Paraden vor weiteren Treffern bewahrte, praktisch unter Dauerbeschuss.

Sieg ungefährdet
Nach einer kurzen Verschnaufpause zog die deutsche Elf die Zügel im zweiten Durchgang noch einmal an. Mit einer tollen Parde verhinderte Isaksson das erste Turnier-Tor von Ballack (55.), als er den Schuss des Kapitäns an den Pfosten lenkte. In der Folgezeit hielt der WM-Gastgeber den Gegner sicher in Schach, ließ aber bei seinen Vorstößen zunehmend die Entschlossenheit vermissen. Sechs Minuten vor Schluss scheiterte Bernd Schneider noch einmal am Pfosten.

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