Mo, 15. Oktober 2018

1000 Kilo Munition

19.12.2015 17:15

Waffennarr: "Habe die Übersicht total verloren"

Explosive Überraschung bei der Zwangsräumung einer Gemeindebauwohnung Freitagfrüh in Wien-Ottakring: Ein Waffennarr hortete rund eine Tonne Munition, Pistolen sowie Kriegsgerät. "Es tut mir leid, ich habe die Übersicht verloren und wollte nichts wegwerfen", sagt der 73-jährige Sammler zur "Krone". Er wurde angezeigt. Ein Sprecher der Polizei meinte, die Lagerung der illegalen Utensilien war "ein Wahnsinn".

Die Räumung der Wohnung erfolgte der Polizei zufolge auf richterliche Anweisung im Auftrag der städtischen Hausverwaltung "Wiener Wohnen". Nach dem Fund der ersten beiden Säcke mit Munition "übernahmen" dann jedoch die Exekutive, Streifenbeamten und der Entschärfungsdienst. Da die Situation vorerst unklar war, wurde auch das Einsatzkommando Cobra beigezogen. "Der 73-Jährige lebte nicht selbst in der Wohnung in der Gablenzgasse, sondern hat die Räumlichkeiten ausschließlich als Lager benutzt", sagte Polizeisprecher Thomas Keiblinger.

Arsenal an verbotenen Waffen und Kriegsmaterial
In der Wohnung wurden nach Angaben der Polizei 950 Kilogramm Munition, vier Faustfeuerwaffen, fünf Kilo Schwarzpulver, 27 Kilo Treibmittel, mehrere verbotene Waffen sowie diverses Kriegsmaterial sichergestellt. Zu den verbotenen Waffen zählten laut Keiblinger auch ein als Gehstock getarnter Degen, ein Schalldämpfer und Munition für vollautomatische Waffen, die der 73-Jährige ebenfalls in der Wohnung gelagert hatte. Eine Werfergranate, die ebenfalls gefunden wurde, entpuppte sich als ungefährliches Dekorationsstück.

"Ich wollte die Munition entsorgen"
"Ich hatte, bis mir ein Revolver aus dem Auto gestohlen wurde, einen Waffenpass gehabt und 22 registrierte Feuerwaffen. Dann wurde mir der Schein entzogen, die Revolver wurden in ein Waffengeschäft gebracht", so der Wiener zur "Krone". Doch warum hat er darauf "vergessen", das Arsenal in der Wohnung seiner Tochter zu räumen? "Ich wollte die Munition entsorgen oder auch im Schießverein verfeuern, bin aber nicht dazu gekommen", so der ehemalige Spielwarengroßhändler vom Wiener Prater. Offenbar dürfte der Pensionist das explosive Problem verdrängt haben. Erst als die Miete für die Wohnung nicht mehr gezahlt wurde und die Gemeinde die Wohnung räumen ließ, flog das Arsenal auf.

Lagerung war "sowieso ein Wahnsinn"
Der Polizei sagte der Mann, dass er seit den 1970er-Jahren Waffen und Zubehör sammle. 2011 seien ihm seine waffenrechtlichen Dokumente abgenommen worden, erklärte Keiblinger. Auf den betagten Mann kommt eine Reihe an Anzeigen zu - wegen illegalen Waffenbesitzes, Verstößen gegen das Kriegsmaterialgesetz und der illegalen Lagerung, die "sowieso ein Wahnsinn" gewesen sei, wie ein Beamter sagte. "Hier wird geprüft, ob eine Gemeingefährdung oder eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit vorliegen", ergänzte Keiblinger.

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