Mi, 17. Oktober 2018

Schwerer Raub

15.12.2015 09:47

Ehepaar im eigenen Haus überfallen: 13 Jahre Haft

Wegen schweren Raubes ist ein 40-jähriger Rumäne am Dienstag in Korneuburg rechtskräftig zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Der Mann hatte im Juni gemeinsam mit zwei unbekannten Mittätern im niederösterreichischen Bezirk Gänserndorf ein betagtes Ehepaar in dessen Haus überfallen, mit Waffen bedroht und Schmuck, Bargeld sowie Wertgegenstände im Wert von 15.000 Euro erbeutet.

Das Trio war - getarnt mit dunklen Kapuzenshirts und vors Gesicht gebundenen Tüchern - durch ein Kellerfenster in das Haus eingedrungen. Als erstes griff sich einer der Männer ein Jagdmesser, wohl um allfälligen Widerstand der Bewohner abzuwehren oder zu brechen, sagte Richter Manfred Hohenecker. Der 40-Jährige habe dann der 86-jährigen Frau im Schlafzimmer eine Decke über den Kopf gezogen und sie mit einem Küchenbeil bedroht. "Warum dringen Sie nächtens in ein Haus ein, wo Sie annehmen können, dass jemand zu Hause ist? Das war Ihnen einfach egal, oder?", redete Hohenecker dem Angeklagten ins Gewissen.

"Wer soll das glauben?"
In einem Nachtkästchen im Schlafzimmer fanden die Täter 10.000 Euro - der 40-Jährige wollte für seine Beteiligung nur 500 Euro bekommen haben. "Wer soll das glauben?", stellte der Richter in den Raum. Den Goldschmuck nahmen die drei mit, den Silberschmuck ließen sie zurück - "also echte Profis", so Hohenecker.

Wie die Staatsanwältin ausführte, wurde der mehrfach wegen Diebstahls und auch Raubes in Rumänien und Frankreich vorbestrafte Mann anhand von DNA-Spuren überführt. Er wurde im Ausland festgenommen, nach Österreich ausgeliefert und ist seit 21. September in Österreich inhaftiert.

Der Angeklagte bekannte sich via Dolmetscherin schuldig, wollte aber nach Angaben der Verteidigung keine Waffe in der Hand gehabt haben. Er bestritt zudem, das Anwesen zuvor ausgekundschaftet zu haben. Angesichts des schlechten Gesundheitszustandes der betagten Opfer wurde auf deren Zeugenbefragung verzichtet.

Seit 1994 als "Kriminaltourist" durch Europa gezogen
Hohenecker verwies darauf, dass - bei einem Strafrahmen von fünf bis 15 Jahren - ein reumütiges Geständnis ratsam wäre, und warf dem 40-Jährigen vor, die Tat in all seinen bisherigen Aussagen abzuschwächen und auch die Identität seiner Komplizen zu verschweigen. Als mildernd wertete der Richter schließlich einzig das Geständnis des Mannes, wenngleich dieser seine Tat heruntergespielt habe. Alles andere sei erschwerend: Der Rumäne habe 1994 eine kriminelle Karriere gestartet und sei als "Kriminaltourist" durch Europa gezogen. Zudem habe er die Hilf- und Wehrlosigkeit des Opfers ausgenutzt.

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