Mo, 20. August 2018

28-Tage-Frist

07.11.2015 15:23

West-Nil-Virus: Nicht jeder darf Blut spenden

Wenn das Rote Kreuz zum Blutspenden aufruft, nehmen die Tiroler (dankenswerterweise) stets zahlreich an dieser Aktion teil. Doch nicht jedes Blut ist derzeit erwünscht. Wer etwa mehr als zwei Nächte in Wien verbracht hat, darf insgesamt 28 Tage lang sein Blut nicht spenden – eine Regel, die wohl einige vor den Kopf stößt.

"Es war vor wenigen Wochen, als ich mich - wieder einmal - dazu entschloss, an der Blutspenden-Aktion teilzunehmen. Bisher gab es kein Problem, doch dieses Mal verschlug es mir regelrecht die Sprache", schildert ein Zillertaler und fügt hinzu: "Ich wurde auf Anhieb abgelehnt, da ich kurz zuvor mehrere Tage mit meiner Familie in Wien auf Urlaub war." Eine detaillierte Aufklärung von Seiten des Rettungspersonals blieb aus. "Daher nahm ich an, dass die Sache mit den möglichen Krankheiten, die die Flüchtlinge einschleppen können, in Verbindung steht", ergänzt er. Immerhin seien es Dutzende Hilfesuchende aus vielen Ländern, die sich derzeit in Wien aufhalten.

West-Nil-Virus als Ursache

"Flüchtlinge spielen bei dieser Sache keine Rolle. Daran ist absolut nichts Wahres dran", klärt Josip Jelcic, Organisationsleiter des Blutspendedienstes Tirol, auf. Dass Tiroler, die sich kurz vor ihrer Blutspende in Wien aufhielten, abgelehnt werden, sei korrekt. "Das hängt jedoch damit zusammen, dass sich diese Personen mit dem West-Nil-Virus infiziert haben könnten. Bricht der Virus aus, kann dies zu einer grippeähnlichen Erkrankung führen. Bereits seit Jahren beobachten wir Fälle von derartigen Infektionen in Wien - allerdings sehr vereinzelt", sagt der Organisationsleiter.

Tests sind zu teuer

Während in Wien das Blut direkt auf eine mögliche Infektion getestet wird, könne dies in Tirol nicht durchgeführt werden. "Solche Tests sind sehr kostenintensiv. Wir haben einfach zu wenige Fälle, eine solche Investition würde sich nicht lohnen. Daher hat das Gesundheitsministerium die 28-Tage-Regel eingeführt", teilt Jelcic mit. Wer also mindestens zwei Tage in Wien übernachtet hat, darf insgesamt 28 Tage lang keinem Blutspendenaufruf nachkommen. Zu groß sei die Gefahr, dass das Blut infiziert sein könnte.

Fälle auch am Gardasee

Seit dem Sommer 2014 sei das Risiko, sich mit dem West-Nil-Virus zu infizieren, auch in anderen Regionen leicht gestiegen. "Es gibt mittlerweile eine Reihe von Orten, dazu zählt etwa der Gardasee oder Teile von Kroatien. Aber wie gesagt: Uns sind in der Realität sehr wenige Infektionsfälle bekannt", versichert Jelcic. Details unter www.bmg.gv.at sowie unter der Blutspender-Hotline 0800/190 190.

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