Mi, 15. August 2018

Flüchtlingskrise

07.11.2015 11:01

"Macht Bayern zu, müssen wir das auch tun"

Hunderte Flüchtlinge werden weiter tagtäglich mit Sonderzügen und Bussen in die Festungsstadt gebracht, bevor es für sie nach Bayern weitergeht. Sollte Deutschland die Grenzen wegen des Ansturms dicht machen, sollte man das auch hierzulande tun, signalisierte LH Günther Platter sinngemäß.

Das Szenario ist mittlerweile jeden Tag dasselbe, nur die genaue Anzahl ist verschieden. Derzeit werden tagtäglich Hunderte Flüchtlinge nach Kufstein chauffiert - sei es mit Sonderzügen oder Bussen. Der Grund dafür ist ganz simpel: Weiterhin marschieren über die Grenze im Süden Österreichs mehr Schutzsuchende ein, als im Norden das Land in Richtung Deutschland verlassen (dürfen). Klar, dass es dabei zu einem riesigen Rückstau kommt, und dass dies die betroffenen Regionen in der Steiermark und Co. alleine nicht bewältigen können. Tirol, vor allem eben Kufstein, muss in die Bresche springen.

Weiter 50 Flüchtlinge pro Stunde nach Bayern

Bisher ging in der Festungsstadt und in den dortigen Versorgungsquartieren alles relativ gut - aber auch Kufstein kommt langsam an seine Grenzen der Kapazität. Apropos Grenze: Nach wie vor gilt die Abmachung zwischen den heimischen und deutschen Behörden. Pro Stunde dürfen also 50 Flüchtlinge von Kufstein aus mit Regionalzügen nach Bayern einreisen. Das könnte sich aber von Minute zu Minute ändern - angesichts des enormen Ansturms gar nicht einmal so abwegig.

Was tun, wenn es tatsächlich zum "Worst Case", also zur totalen Grenzschließung durch Deutschland, kommt? "Wenn Bayern die Grenzen dichtmacht, müssen wir das auch tun", sagte LH Günther Platter sinngemäß beim Tiroler Gemeindetag in Tux. Er wolle aber nicht, dass es etwa wieder eine Grenze zwischen Südtirol und Nordtirol gebe und forderte neuerlich Lösungen auf EU-Ebene. "Die Außengrenzen gehören abgesichert, Asylverfahren dort abgehandelt und die Flüchtlinge gleichermaßen verteilt. Nur so kann man diese Völkerwanderung auf Dauer in den Griff bekommen."

Bundesheereinsatz verzögert sich

Auf Spekulationen rund um eine Grenzschließung Deutschlands will sich Soziallandesrätin Christine Baur nicht einlassen: "Von solchen Szenarien halte ich nicht viel. Sollte es doch soweit kommen, gilt es, Pufferzonen auszubauen und Verhandlungen zu führen, um dem Rückstau gerecht zu werden."

Vorerst nichts wird es mit dem Bundesheereinsatz in Kufstein. Wie berichtet, war vorgesehen, dass ab Freitag 90 Soldaten für die Flüchtlingshilfe stationiert werden. Wie zu hören ist, gibt es jedoch keinen Einsatzbefehl.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Tirol
Aktuelle Schlagzeilen

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.