Do, 21. Juni 2018

Wohnkomfort

16.02.2018 08:15

Daheim richtig lüften und wohlfühlen

Alle Jahre wieder rufen Umweltexperten eindringlich dazu auf, in der Heizsaison auf das so wichtige Lüften nicht zu vergessen. Mit gutem Grund, denn schlechte Luft in den Innenräumen führt zu einer Vielzahl von gesundheitlichen Beschwerden und kann darüber hinaus auch für den so gefürchteten Schimmel verantwortlich sein.

Abgeschlagen? Antriebslos und erschöpft? Leichte Kopfschmerzen und jeder Handgriff fällt schwer? Das müssen in der kalten Jahreszeit nicht unbedingt Anzeichen von grippalen Infekten sein. Auch ein ständiger Frischluftmangel in den Innenräumen - sei es zu Hause oder am Arbeitsplatz - kann solche unangenehmen Begleiterscheinungen mit sich bringen. Regelmäßiges und vor allem richtiges Lüften ist daher jetzt in der beginnenden Heizsaison besonders wichtig.

Frische Luft für mehr Wohlbefinden
An kalten Tagen verbringen wir bis zu 90 Prozent der Zeit in geschlossenen Räumen - am Arbeitsplatz und zu Hause. Dort verbraucht der Mensch Sauerstoff und gibt - je nach Aktivität und Tätigkeit - CO2, Feuchtigkeit und Gerüche ab. Dazu kommen noch verschiedenste Emissionen aus Möbeln, Böden, Teppichen, Haushaltschemikalien und nicht zuletzt aus Hausstaub.

"Ich brauche frische Luft", lautet dann häufig der Schlachtruf beim Öffnen der Fenster. Aber wie viel frische Luft braucht der Mensch tatsächlich? Experten gehen davon aus, dass jeder Mensch abhängig von der jeweiligen Aktivität rund 30 Quadratmeter frische Luft pro Stunde benötigt.

Entgegen der allgemein verbreiteten Meinung haben einige Untersuchungen allerdings gezeigt, dass es nicht das Absinken des Sauerstoffgehaltes der Luft ist, das die Bewohner zum Lüften motiviert, sondern der Anstieg der Luftfeuchtigkeit und des Geruchs im geschlossenen Innenraum - volkstümlich als "Mief" bezeichnet.

Was Lüften bewirkt
Tatsache ist: Mit dem Luftaustausch in geschlossenen Räumen werden CO2, Bakterien, schlechte Gerüche, Staub und - vor allem in der Heizperiode ganz wichtig! - eine zu hohe Luftfeuchtigkeit "hinausbefördert" und "guter" Sauerstoff hineingeführt.

Abhängig von der jeweiligen Tätigkeit geben Bewohner, selbst im Schlaf, ständig Wasser an die umgebende Raumluft ab. Bei der Aufnahme der Feuchtigkeit durch die Luft gilt folgende Grundregel: Je wärmer die Luft, desto mehr Feuchtigkeit kann sie aufnehmen. An kühleren Flächen in der Wohnung kommt es daher zu Kondensationen und in der Folge möglicherweise zu Schimmelbildung. Gut sieht man das bei alten Fenstern, wo sich bei kalten Außenlufttemperaturen das Wasser geradezu sammelt (und regelmäßig weggewischt werden muss).

Lüften und Energiesparen
Aus diesen physikalischen Voraussetzungen ergeben sich schon wichtige Regeln für sinnvolles Lüften in der Heizperiode. Denn klar ist: Soll mit dem Lüften einerseits Gesundheit und Wohlbefinden gefördert, andererseits jedoch so viel Energie wie möglich eingespart werden, setzt die Lüftung in der kalten Jahreszeit ein bewusstes Handeln voraus.

Wichtig: Die notwendige Dauer der Lüftung hängt stets stark von der Witterung ab. Grundregel: Je kälter und je trockener die Außentemperaturen, desto weniger lang muss gelüftet werden. Aufgrund der Temperaturdifferenz erfolgt der Luftwechsel zwischen innen und außen nämlich rascher. Übrigens: Auch die Windverhältnisse können auf die Lüftungsdauer einen Einfluss haben (auf der "Windseite" der Wohnung strömt mehr Kaltluft ein).

Stoßlüftung vorausgesetzt, wird z.B. im Dezember und Jänner bei einer Lüftungsdauer von vier bis sechs Minuten die komplette Luft ausgetauscht (abhängig von Außentemperatur und Heizleistung), während dafür in den klassischen Übergangsmonaten April oder Oktober von den einschlägigen Experten rund zwölf bis 15 Minuten angesetzt werden.

Auf die richtige Lüftung kommt es an
Wesentlich ist allerdings auch die Art der Lüftung. Richtiges Lüften erfolgt in den kalten Monaten mittels "Stoß-" oder "Querlüftung". Bei der erstgenannten Art werden alle Fenster eines Raumes gleichzeitig geöffnet. Bei der "Querlüftung" geht es vor allem um das Erreichen eines rascheren Luftaustausches durch das gleichzeitige Öffnen von möglichst gegenüberliegenden Fenstern und Türen.

Obwohl man es wahrscheinlich besser weiß, ist das Lüften mit gekipptem Fenster im Winter nach wie vor bei uns sehr beliebt. Die Folgen sind in vielerlei Hinsicht unangenehm: Einerseits dauert ein kompletter Luftaustausch bei gekipptem Fenster rund eine Stunde und mehr. Durch den ständigen kalten Luftzug kühlen die Oberflächen empfindlich aus und so kann sich hier der Schimmel am besten ansetzen. Andererseits wird hier tatsächlich teure Heizenergie im wahrsten Sinn des Wortes "aus dem Fenster geschmissen".

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