Die Verdächtigen sollen Radprofis in einem Madrider Labor Blut abgenommen, dies mit roten Blutkörperchen angereichert und den Sportlern vor wichtigen Rennen injiziert haben. Die Beamten stellten bei Hausdurchsuchungen 200 Beutel mit Blutkonserven sicher. Diese trugen nach spanischen Presseberichten vom Mittwoch Codes, mit denen die Radsportler identifiziert werden können, für die das Blut bestimmt war. "Die Gruppe arbeitete für Profi-Teams der Spitzenklasse in Spanien und anderen Ländern", berichtete die Zeitung "El País" unter Berufung auf Insider-Kreise.
Giro d'Italia in Gefahr
Die Festnahmen könnten daher eine Welle von Dopingfällen nach sich ziehen und internationale Ausmaße annehmen - ähnlich wie der "Festina-Skandal" bei der Tour de France 1998. In Saiz' Team fährt mit Alexander Winokurow einer der Tour-Topfavoriten. Die spanische Sportpresse spekulierte, schon bald könnten Spitzenfahrer des derzeit laufenden Giro d'Italia unter Dopingverdacht geraten. Der festgenommene Arzt Fuentes soll eng mit dem italienischen "Preparatore" Luigi Cecchini zusammenarbeiten, mit dem früher Bjarne Riis, jetzt Teamchef des Giro-Spitzenreiters Ivan Basso, kooperierte.
Der Arzt Fuentes wurde in den vergangenen 20 Jahren immer wieder mit Dopingvorwürfen in Verbindung gebracht. Aber ihm konnte nie etwas nachgewiesen werden. Der ausgebildete Frauenarzt kommt aus der Leichtathletik und war früher ein 400-m-Hürdenläufer. Seine Frau Cristina Pérez wurde in den 80er Jahren positiv getestet, später aber freigesprochen.








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