Mo, 18. Juni 2018

US-Terrorprozess

13.04.2006 08:02

Live-Mitschnitt aus 9/11-Flugzeug vorgespielt

Im US-Terrorprozess gegen Zacarias Moussaoui hat die Staatsanwaltschaft erstmals eine Tonbandaufnahme von den dramatischen Ereignissen an Bord eines der vier am 11. September 2001 entführten Flugzeuge veröffentlicht. Die Anklage spielte am Mittwoch vor dem Bundesgericht in Alexandria (Virginia) einen 31 Minuten langen Mitschnitt vom Kampf der Passagiere an Bord des Fluges United Airlines 93 ab.

Bei dem Absturz in Pennsylvania kamen die vier Entführer und 40 Passagiere ums Leben. Die vier Kidnapper wollten die Maschine ursprünglich in das Kapitol (Sitz des Parlaments) von Washington steuern.

Der Mitschnitt beginnt mit einer Ansage der Entführer: "Meine Damen und Herren, das ist der Kapitän. Bitte setzen Sie sich und bleiben Sie sitzen. Wir haben eine Bombe an Bord, setzen Sie sich." Später fleht eine Flugbegleiterin: "Bitte, bitte, tue mir nichts." Darauf antwortet ein Entführer: "Runter, jetzt reicht's!" Eine andere Stimme sagt drei Mal hintereinander: "Ich möchte nicht sterben."

Passagiere wollten Entführer überwältigen
Das Band gibt auch Aufschluss über den verzweifelten Versuch von Passagieren, die Entführer zu überwältigen und ihnen die Kontrolle über das Flugzeug zu entreißen. "Die versuchen, hier hereinzukommen. Halt von innen zu!", sagt einer der Entführer zum anderen im Cockpit. "Ins Cockpit, wenn wir das nicht machen, dann werden wir sterben", sagt der Passagier Beamer. Danach folgt Beamers weltweit bekannte Aufforderung: "Roll it! (Los geht's!)". Die Entführer beschließen daraufhin, die Sauerstoffversorgung abzustellen: "Stell den Sauerstoff ab!", sagt ein Entführer drei Mal hintereinander.

Die letzten sieben Sekunden
Die letzten sieben Sekunden vor dem Aufprall auf den Boden beginnt einer der Entführer neun Mal hintereinander zu schreien: "Allahu akbar (Gott ist groß)." Zwei Sekunden vor Ende der Aufzeichnung sagt ein Passagier mit letzter Verzweiflung: "No, no, no." Auf Bitten von Angehörigen der Opfer soll der vollständige Audio-Mitschnitt noch nicht für die Öffentlichkeit freigegeben werden. Das Gericht veröffentlichte deshalb nur eine Abschrift.

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