Nach dem Erdbeben

Ausseer half und rettete im zerstörten Nepal

Steiermark
14.05.2015 18:10
Der Ausseer Markus Raich war 17 Tage lang in Nepal, um nach dem schlimmen Erdbeben Ende April zu helfen. Er rettete Bergsteiger vom Mount Everest und flog Lebensmittel in zerstörte Dörfer. Diese Woche kehrte Raich zurück. Der "Steirerkrone" erzählt er seine Erlebnisse.

Kein Haus steht mehr, überall Leichen. Langtang, eine Ortschaft in einer beliebten Trekkingregion, ist völlig zerstört. Vor einem kleinen Feuer sitzt ein Mann, kocht in einem Topf Tee. Seine Frau, seine drei Kinder: tot. Sein Haus: vernichtet. "Als wir bei ihm vorbeikamen, fragte er, ob wir einen Schluck Tee wollen. Wir groß muss wohl das Herz der Nepalesen sein…", erzählt Markus Raich. Es war sein berührendstes Erlebnis in den vergangenen Wochen.

Nur zwei Tage nach dem schlimmen Erdbeben Ende April flog Raich, der das "Loser Outdoor-Center" in Altaussee betreibt, nach Nepal. Seit 25 Jahren führen ihn Expeditions- und Trekkingtouren in dieses Land im Himalaya-Gebirge, zudem ist er hier immer wieder als Bergretter für eine Helikopterfirma im Einsatz. "Von meinen Freunden wurde ich nach dem Erdbeben sofort angerufen und gebeten, so schnell wie möglich zu kommen und mitzuhelfen."

"Dem Erdboden gleichgemacht"
In Nepal war Raich mit einem ungeheuren Ausmaß an Zerstörung konfrontiert. "Einige Orte sind dem Erdboden gleichgemacht. Teilweise sind nur mehr Trümmer- und Steinhaufen zu sehen. Straßen sind meterhoch durch Muren verschüttet, Trekkingwege weggerutscht."

Im Team mit Italienern, Australiern und Nepalesen flog Raich zuerst Verletzte und Überlebende aus den verschiedensten Regionen aus. Auch Bergsteiger vom Mount Everest wurden gerettet. Die Umstände? Schwierig. "Es gab kein Handynetz, dazu kam das schlechte Wetter."

In den Tagen darauf stand dann die Versorgung von kleinen Ortschaften mit Reis, Salz und Zeltplanen im Vordergrund. Hier können die großen Hubschrauber der Indian Air Force und der US Marines nicht landen, für sie fehlen die Landeplätze.

Das Ausseerland hilft
Lebensmittel, die mit Spenden aus dem Ausseerland gekauft wurden, hat Raich ("Danke an alle Unterstützer") im Dorf Dhading außerhalb von Kathmandu verteilt – bisher mehr als 13.000 Kilo Reis, Salz, Milchpulver, reines Wasser, Linsen. Dhading soll weiter unterstützt werden. "Wir versuchen Zeltplanen und Bambusstangen dorthin zu transportieren, damit die Bewohner ein Dach über dem Kopf haben, bevor der Monsun kommt", sagt Raich. Auch um den Wiederaufbau der zerstörten Schule will man sich kümmern. Nicht nur die Nepalesen haben ein großes Herz.

"Bergretter helfen im Himalaya" ist eine Hilfsaktion der Bergrettung Ausseerland. Spendenkonto: AT364274035009070111.

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