13.05.2015 16:00 |

"Mad Max: Fury Road"

Dieser Höllentrip ist zu irre für Hollywood!

Der Straßenkrieger ist zurück: 30 Jahre nach seinem letzten Abenteuer lässt Kultregisseur George Miller den Ex-Polizisten Max Rockatansky alias Mad Max in "Fury Road" wieder durch eine postapokalyptische Welt des Wahnsinns rasen. Eine Riege starker Darsteller - allen voran Tom Hardy ("The Dark Knight Rises") in den Fußstapfen von Mel Gibson und Oscarpreisträgerin Charlize Theron ("Monster") - kombiniert mit einem Fuhrpark stählerner Höllenmaschinen machen die längst überfällige Rückkehr von Max zu einem bildgewaltigen Action-Epos, das eigentlich zu irre für Hollywood ist - und das ist gut so!

Ein von seiner wilden Vergangenheit geplagter Mad Max landet in den Händen der Schergen von Immortan Joe, einem wahnsinnigen Warlord, der dank martialischer Atemmaske und Brustpanzer einen Bösewicht wie Darth Vader das Fürchten lehren könnte. In den Fängen des Irren, der in seiner Wüsten-Zitadelle über ein mutiertes Volk an Degenerierten herrscht, hat eigentlich schon Max' letztes Stündchen geschlagen: Als lebender Blutbeutel soll sein Lebenssaft einem kränkelnden Soldaten des Warlords wieder auf die Beine helfen.

Mad Max als unfreiwillger Helfer
Doch für den todgeweihten Ex-Polizisten, einen Mann, getrieben von seinem Willen zu überleben, bietet sich noch eine letzte Chance. Weil sich Imperator Furiosa (Charlize Theron), ein Leutnant in der Armee des Warlords, mit dessen größtem Schatz - fünf gebärfähigen jungen Frauen (gespielt unter anderem von Zoe Kravitz) - aus dem Staub macht, hetzt Immortan Joe (Hugh Keays-Byrne, der als Toecutter schon 1979 Mel Gibson im ersten "Mad Max"-Teil terrorisierte) alle seine Truppen auf die Flüchtlinge - und gibt damit den Startschuss für einen spektakulären Straßenkrieg, den die Welt so noch nicht gesehen hat. Mittendrin in dem benzingetränkten Höllentrip natürlich Max, der zum unfreiwilligen Helfer der flüchtenden Frauen wird.

Die Herzen der Actionfans schlagen bei "Mad Max: Fury Road" auf jeden Fall höher. Kultregisseur George Miller und sein Team ketten den Zuseher auf den Motorblock eines aufgemotzten Boliden und rasen mit ihm auf ihrer wilden, größtenteils mit praktischen Effekten geschaffenen Fahrt ungebremst durch die Endzeit. Aktuelle Hollywood-Blockbuster wirken im Vergleich dazu wie ein PS-schwacher Billigst-Kleinwagen aus Fernost. Ungläubig starrt man auf die Leinwand und bewundert, was dem immerhin 70-jährigen Miller in einer Zeit der computeranimierten, steril wirkenden Film-Massenware gelungen ist: ein modernes Action-Meisterwerk, das einem als hochexplosives Gemisch aus Benzin und Adrenalin durch die Adern schießt.

Endzeit-Raserei der stählernen Monstrositäten
Allein der Fuhrpark in "Mad Max: Fury Road" ist den Preis für das Kinoticket wert. Die Ansammlung an stählernen Monstrositäten stellt als heimlicher Star des Films nicht nur die genialen Darsteller rund um Tom Hardy und Charlize Theron in den Schatten, sondern auch alles an Boliden-Action im Hollywood des 21. Jahrhundert Dagewesene. Im Vergleich zu dem Endzeit-Trip wirken selbst die spektakulärsten Rasereien der "Fast & Furious"-Filme wie die Videospiel-Variante einer Übungsfahrt in einer 30er-Zone.

Da gibt es beispielsweise das Modell "Peacemaker", einen Chrysler Valiant, der statt auf Rädern auf Panzerketten fährt. Oder das "Gigahorse", ein Höllengefährt aus zwei versetzt übereinander geschweißten 1959er-Cadillac Coupe DeVille mit riesigen Traktorenreifen und Doppel-Sidepipes groß wie Abflussrohre. Nicht zu vergessen auch der "Doof Wagon": Der MAN-Vierachser, mit einer turmhohen Lautsprecheranlage inklusive flammenspeienden E-Gitarristen hinter dem Führerhaus, sorgt während des Straßenkriegs für den entsprechenden postapokalyptisch-bombastischen Soundtrack.

Terrorcamp für Autofetischisten
"Mad Max: Fury Road" ist eine verrohte, dreckige, blutige Raserei in den Wahnsinn, die zu irre für Hollywood scheint. Es wirkt, als ob der 70 Jahre alte George Miller dem Filmstudio Warner Brothers 150 Millionen Dollar gestohlen und sich damit nach Afrika abgesetzt hat, wo er - ohne Studiobosse, Produzenten und Marketingstrategen im Nacken - ein Terrorcamp für Autofetischisten aus dem Wüstenboden gestampft hat. Liebhaber guter Action-Kost werden dir für immer dankbar sein, George! Um Fortsetzung wird gebeten.

"Mad Max: Fury Road" rast ab 14. Mai durch die österreichischen Kinos!

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