28.04.2015 17:48 |

Surf Worldcup

Max Matissek: Gegen die Gesetze der Physik

Windsurfprofi Max Matissek, Lokalmatador beim Surf Worldcup in Podersdorf, trickst mit seiner Sport- und Kunst-Projektserie "True Wind" an den unmöglichsten Orten.

Als der Surf Worldcup im Jahr 1998 erstmals in Podersdorf am Neusiedler See Station machte, war das für die Cracks aus Hawaii oder der Karibik eine exotische Destination, mit der sie nicht das Geringste anfangen konnten. Mittlerweile zählt der Termin Ende April/Anfang Mai längst zu den Fixpunkten im Kalender. Und ausgerechnet einer, der nur wenige Kilometer von Podersdorf entfernt in Weiden am See aufgewachsen ist, zeigt der Szene, was wirklich ungewöhnliche Orte zum Windsurfen sind.

Surfen unter der Erde
Oder hat sonst noch irgendjemand schon einmal darüber nachgedacht, unter einem Fußballplatz seine waghalsigen Sprünge ins Wasser zu setzen? Österreichs Parade-Freestyler Max Matissek hat genau das getan. "Es geht mir darum, Phantasiebilder aus meinem Kopf real darzustellen, abzufotografieren und danach auf Leinwand zu bemalen", verrät der 27-Jährige, wie es dazu kam, unter der Erde im Speicherbecken von Wien Kanal in Simmering in den Neopren-Anzug zu schlüpfen und aufs Bord zu steigen. Sonst dient das neu erbaute Becken als Überflutungsschutz, fasst als größtes Kanalbauprojekt Europas 28,5 Millionen Liter Wasser und ist eben unter einem Fußballplatz versteckt.

"Die größte Herausforderung war die Logistik, das ganze Equipment mitsamt einer zerlegbaren Rampe durch einen sehr engen Gang und über Hunderte Treppen hinunterzubringen", bedankt sich Hobbymaler Matissek bei einer 30-köpfigen Crew, die mithalf, das einzigartige Projekt überhaupt durchzuziehen: "Da unten braucht es ja jede Menge Licht, um filmen und fotografieren zu können."

Top-Ten-Platz als Ziel
Ein Bild hat sich Matissek ausgesucht, um es für sein Projekt "True Wind" zu bemalen, das Resultat wird mitsamt älteren Arbeiten des sportlichen Künstlers Freitagabend im Zelt der Royal Captains am Podersdorfer Strand präsentiert. "Da gibt es auch das Making-of-Video zu sehen", freut sich der Burgenländer, der schon die nächsten  Projekte im Kopf hat: "Vielleicht seht ihr mich ja bald am Dachpool eines Hochhauses über der Skyline einer Stadt surfen." Von unter der Erde direkt in den Himmel quasi. Fix ist Matissek ab Mittwoch in Podersdorf zu sehen, ein Top-Ten-Platz das Ziel: "Es liegt alles eng beisammen."

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