Mo, 20. August 2018

Trotz aller Proteste

28.04.2015 20:14

Indonesien exekutierte acht Drogenschmuggler

Indonesien hat weltweite Proteste ignoriert und acht zum Tode verurteilte Drogenschmuggler hingerichtet. Die Exekutionen seien kurz nach Mitternacht Ortszeit vollzogen worden, berichtete die Zeitung "Jakarta Post" am Dienstagabend MEZ. Bei den Hingerichteten handelt es sich um vier Nigerianer, zwei Australier, einen Brasilianer und einen Indonesier. Die Erschießung einer ebenfalls zum Tode verurteilten Philippinerin wurde demnach kurzfristig aufgeschoben.

Die Häftlinge hatten im Hochsicherheitsgefängnis auf der Insel Nusa Kambangan seit Tagen auf die Exekution durch ein Erschießungskommando gewartet, nachdem sämtliche Berufungsanträge und Gnadenappelle negativ beschieden worden waren. In der Stadt Cilacap an der südlichen Küste von Java, wo die Boote zur Hinrichtungsinsel ablegen, kampierten seit Tagen zahlreiche Reporter.

Verwandte nahmen Abschied
Die Angehörigen der Verurteilten hatten am Dienstag Abschied von ihren Verwandten genommen. Die Familien kehrten am Nachmittag verzweifelt von der Insel auf das Festland zurück. "Ich werde ihn nicht wiedersehen", sagte die Mutter des Australiers Myuran Sukumaran schluchzend vor Journalisten. Sukumaran und sein Landsmann Andrew Chan waren als Anführer der Drogenbande "Bali Nine" wegen Heroinschmuggels nach Indonesien zum Tode verurteilt worden.

Australien kündigte Konsequenzen an
Australiens Außenministerin Julie Bishop kündigte noch am Dienstagnachmittag diplomatische Konsequenzen an, sollten die Urteile tatsächlich vollstreckt werden. Ihre Regierung hatte seit Wochen gegen das Vorhaben der Regierung in Jakarta protestiert. Indonesiens Präsident Joko Widodo wiederum hatte sich jegliche Einmischung in Justizangelegenheiten seines Landes verbeten. Ihm zufolge seien die Hinrichtungen notwendig, um einen nationalen Notstand wegen des steigenden Drogenkonsums zu bekämpfen.

Verurteilter Franzose bekam Aufschub
Ein ebenfalls wegen Drogenschmuggels zum Tode verurteilter Franzose, der ursprünglich gleichzeitig mit den anderen Ausländern und dem Indonesier hätte hingerichtet werden sollen, hatte nach Protesten der Regierung in Paris Aufschub bekommen, weil ein Gericht eine neue Eingabe prüfen wollte. Frankreichs Präsident Francois Hollande hatte zuvor erklärt, er werde "bis zum letzten Augenblick" alles tun, um die Hinrichtung seines Landsmannes zu verhindern.

Sehr strenge Drogengesetze
Indonesien zählt zu den Ländern mit den strengsten Drogengesetzen weltweit. Erst im Jänner waren unter internationalem Protest sechs Menschen wegen Drogendelikten hingerichtet worden, darunter fünf Ausländer.

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