30.03.2006 17:05 |

Osim-Urteil

"Blackies" müssen Osim 350.000 Euro zahlen

Steht der Traditionsverein Sturm Graz tatsächlich vor dem Aus? Der verlorene Prozess gegen dem ehemaligen Erfolgstrainer Ivica Osim kommt den österreichischen Fußball- Bundesligisten teuer zu stehen. Insgesamt rund 350.000 Euro muss der Klub von Präsident Hannes Kartnig zahlen, erklärte Osims Anwältin. Ein Brocken, der Sturm in Konkurs-Gefahr bringt, gestand Kartnig.

Osim war am 14. September 2002 nach acht Jahren als Coach zurückgetreten. Als Grund dafür gab der Bosnier Beleidigungen und Mobbing von Kartnig in Richtung seiner Person an. Der Oberste Gerichtshof bestätigte dieses nun rechtskräftige Urteil der zweiten Instanz. Demnach muss Sturm 173.822 Euro an Abfertigung und Restgeldzahlungen leisten.

Dazu kommen ca. 100.000 Euro an Zinsen und Prozesskosten. Diese rund 270.000 Euro sind innerhalb von zwei Wochen zu zahlen, sonst wird es laut Braun einen Exekutionsantrag gegen den Verein geben. Fällig sind zudem zwischen 60.000 und 80.000 Euro Lohnnebenkosten. "Ich freue mich über das Urteil, damit ist meine Reputation wieder hergestellt. In Zukunft werden Herren im Fußball-Geschäft mit ihren Äußerungen vorsichtiger sein", erklärte Osim über seiner Anwältin.

Kartnig schiebt Osim schwarzen Peter zu
Kartnigs Hoffnung, dass Osim das Geld nicht annimmt, um Sturm nicht zu schaden, werden wohl nicht erfüllt werden. "Ich bin enttäuscht", erklärte Kartnig am Donnerstag. Der Sturm-Boss dachte laut über Rücktritt nach und sah auch die Existenz des Klubs in Gefahr. "Wenn Osim dieses Geld fordert, ist Sturm Konkurs gefährdet", sagte Kartnig.

Der Bosnier Osim, der seit Jänner 2003 in der japanischen J-League bei JEF United arbeitet, war von Juni 1994 bis September 2002 bei Sturm engagiert und holte in dieser Zeit mit den Grazern zwei Meistertitel und drei Cupsiege. Außerdem führte der frühere jugoslawische Teamchef die Steirer dreimal in die Champions League.

Donnerstag, 24. Juni 2021
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