Do, 19. Juli 2018

Mehr Abschüsse

21.03.2015 23:00

Fischer wollen gefiederte Konkurrenz dezimieren

Bis zu einem halben Kilo Fisch pro Tag vertilgt ein Kormoran. Zusammen mit Arten wie Graureiher und Gänsesäger sind diese Vögel laut Tiroler Fischereiverband eine zunehmende Gefahr für den heimischen Fischbestand. Jetzt fordert man ein "angemessenes Bestandsmanagement" – sprich: mehr Abschüsse.

"Der Kormoran und der Graureiher stehen unter allgemeinem Schutz. Sie haben sich in den vergangenen 20 Jahren stark vermehrt. Experten schätzen die Zahl der Kormorane in Europa auf 1,7 bis 2,2 Millionen", weiß Zacharias Schähle vom Tiroler Fischereiverband. Viele Seen und große Flüsse wie der Inn und der Lech seien ein bevorzugtes Jagdgebiet für die fischfressenden Vögel. Darunter auch der Gänsesäger, der streng geschützt ist und Jungfische verspeist. Oder der Kormoran, der beim Zufrieren bayrischer Seen gerne nach Tirol ausschwärmt, aber früher nur vereinzelt Tirol kreuzte und nach wie vor nicht in unserem Land brütet.

Spagat zwischen geschützten Vögeln und geschützten Fischen

Der schwierige Spagat laut Schähle:

"Neben den geschützten Vögeln haben wir andererseits auch geschützte und vom Aussterben bedrohte Fischarten, wobei etwa der Kormoran schon längst nicht mehr gefährdet ist." Hingegen sei der Fischbestand in Tirol nachweislich in einem Besorgnis erregenden Zustand, vor allem aufgrund der naturfernen Flussverbauungen und der Wasserkraftwerke.

Von 30 Fischarten im Inn nur mehr drei

Im Inn finden sich von einst über 30 Fischarten fast nur mehr die Regenbogen- und die Bachforelle sowie die Äsche. Die Bestände bei Bachforelle und Äsche seien außerdem nur durch intensive Besatzmaßnahmen aufrecht zu erhalten.Konzept über erlaubte Abschüsse schnürenDer Fischereiverband strebt daher Verhandlungen mit den zuständigen Landesabteilungen über ein Zukunftskonzept an. Schähle: "Wir wollen einen verantwortungsvollen Artenschutz, der auch unsere heimischen Fische berücksichtigt. Dazu wird man den Bestand an fischfressenden Vögeln durch Abschüsse regulieren müssen, wie dies eben auch in anderen Wildtierbeständen der Fall ist." Angedacht sind – z. B. beim Kormoran – eine Handvoll Abschüsse pro Jahr und Bezirk.

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