Mi, 20. März 2019
12.03.2015 11:58

Gewalt geht weiter

Ferguson: Polizisten während Demo angeschossen

Nach dem Rücktritt des wegen Rassismusvorwürfen in die Kritik geratenen Polizeichefs der US-Stadt Ferguson sind bei einer Demonstration zwei Polizisten angeschossen und schwer verletzt worden. Ein 44 Jahre alter Polizist sei an der Schulter, sein 32 Jahre alter Kollege im Gesicht getroffen worden, sagte der Polizeichef des Bezirks St. Louis, Colonel Jon Belmar, am Donnerstag. Am Mittwochabend waren etwa 150 Demonstranten vor die Polizeizentrale gezogen, um den Rücktritt von Polizeichef Thomas Jackson zu feiern. Dabei gerieten sie an Polizisten in Kampfausrüstung, die das Gebäude abgeriegelt hatten.

Die Kundgebung verlief laut Teilnehmern bis zum Zwischenfall äußerst friedlich. "Ich sah einen Polizisten zu Boden gehen, während die anderen Beamten ihre Waffen zogen und den Verwundeten wegbrachten. Plötzlich rannten alle davon oder gingen in Deckung", erinnert sich die 20-jährige Augenzeugin Marciay Pitchford gegenüber der Nachrichtenagentur AP. Ein Augenzeuge hatte den Augenblick mitgefilmt, als die Schüsse fielen.

Polizeichef: "Weiß nicht, wer geschossen hat"
Polizeichef Belmar konnte Donnerstag früh weder die Tatwaffe noch irgendwelche Verdächtigen präsentieren. "Um ehrlich zu sein, weiß ich nicht, wer geschossen hat", so Belmar. Die Schüsse dürften aber von der anderen Straßenseite abgegeben worden sein.

Unmittelbar vor der Kundgebung war Polizeichef Jackson zurückgetreten. Mit seinem Rücktritt reagierte er auf massive Vorwürfe wegen rassistischer Diskriminierung von Afroamerikanern. Er will sein Amt am 19. März abgeben.

Der Polizeichef war nach den Todesschüssen auf den schwarzen Jugendlichen Michael Brown im Sommer 2014 schwer in die Kritik geraten. Die Schüsse des weißen Polizisten auf den unbewaffneten Teenager lösten damals schwere Unruhen und eine landesweite Debatte über Polizeigewalt und Rassismus aus. Das US-Justizministerium hatte Jacksons Behörde zuletzt systematische Diskriminierung und routinemäßige Schikane von Schwarzen in Ferguson vorgeworfen.

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