Textilkünstlerin

Weben als Lebensnotwendigkeit

Die Textilkünstlerin Marga Persson hat den Heinrich Gleißner-Preis für Bildende Kunst erhalten. Seit zwei Jahrzehnten stattet Persson öffentliche Gebäude mit großformatigen Arbeiten aus. Die Wandbespannung im Linzer Brucknerhaus-Foyer oder die Nordkapelle im Stift Wilhering tragen ihre Handschrift.

Auch der Altarraum der Kirche in St. Peter am Wimberg gehört zu Perssons Projekten. Die aus Schweden stammende Künstlerin lebt seit 1970 in Linz, seit 1992 ist sie Ordinaria an der Linzer Kunstuniversität. Lehrtätigkeit und künstlerisches Schaffen halten sich die Waage, denn am Webstuhl zu arbeiten, ist für Persson eine Lebensnotwendigkeit: „Gerade ein langsamer Arbeitsprozess eröffnet gedankliche Freiräume“, sagt sie. Die Resultate gelten als einzigartige Zusammenführung von Malerei und Weberei. Ihre Wandteppiche sind von einer Vorliebe für (fast) monochrome Flächen geprägt. Oder von klaren Strukturen, die sich aus dem Wechsel von Farbstreifen ergeben.

Im Rahmen der Foyer-Sanierung im Linzer Brucknerhaus betraute man Persson mit der Wandgestaltung: „Ich habe einen Entwurf am Handwebstuhl gewebt. Eine Salzburger Firma fertigte dann die rund 1200 Quadratmeter nach.“

Perssons jüngstes Projekt: Ein Fastentuch für die Kirche St. Leopold in Urfahr. „In der Passionsgeschichte kommen Frauen meist nur in dienender Funktion vor.“ Vor diesem Hintergrund entstand die Idee, ein Fastentuch aus einem billigen, aber farbig schönen Industriestoff zu schneidern. Die Rückseite nimmt den Aspekt der Verschleierung auf.

 

 

 

Foto: Chris Koller

Mittwoch, 12. Mai 2021
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