Herren-Abfahrt

Walchhofer zum “King of Speed” gekrönt

Sport
15.03.2006 17:03
Geschafft! Michael Walchhofer gewinnt die kleine Abfahrtskugel. Trotz eines elften Platzes des Salzburgers konnte Fritz Strobl seinen Landsmann in der Spezialwertung nicht mehr einholen. Das Finalrennen gewann der Norweger Aksel Lund Svindal – künftig wohl einer der härtesten Konkurrenten der Österreicher. Bode Miller hatte heute wieder Lust aufs Skifahren und landete auf Platz zwei.

Ausgerechnet in der letzten Weltcup-Abfahrt des Winters verpassten die Österreicher erstmals das Siegerpodest. Der Olympiasieger von 2002, Fritz Strobl, war auf Platz vier bester Abfahrer der dominierenden Ski-Nation. Doch das reichte nicht, um den Rückstand auf Walchhofer aufzuholen, der mit 522 Punkten seinen Vorsprung auf Strobl (491) verteidigte. 

"Das ist wunderschön, wenn man in der Abfahrt der Beste ist", sagte Walchhofer, der bei der Olympia-Abfahrt in Sestriere Platz zwei belegt hatte. Als Sieger im Gesamtweltcup stand bereits sein Landsmann Benjamin Raich fest. Der Pitztaler hatte auf einen Start in der Abfahrt verzichtet und konzentriert sich auf den Riesentorlauf.

Strecke mit hohem Sturz-Faktor
Die für die WM im kommenden Jahr neu gebaute "Olympia"-Piste brachte mit schweren Sprüngen einige Abfahrer in Schwierigkeiten. Olympiasieger Antoine Deneriaz (Frankreich) verlor nach einem Sturz seinen Helm und prallte bewusstlos in die Fangzäune. Zunächst war eine schwere Verletzung befürchtet worden, doch der 30-Jährige konnte nach wenigen Minuten selbstständig ins Ziel abfahren. Klaus Kröll (Österreich) hatte weniger Glück: Er musste ins Krankenhaus gebracht werden. Dort wurde eine Schienbeinkopf-Fraktur im linken Bein festgestellt.

Der beste Abfahrer der letzten beiden Saisonen unterhielt sich vor dem Start noch mit Kröll: : "Wir haben über Verletzungen gesprochen und darüber, dass wir noch verschont geblieben sind. Dann ist er gestürzt und wurde mit dem Akja abtransportiert. Ich hatte das im Kopf und wollte nur sicher runterkommen." Im Ziel musste ihm Konkurrent Fritz Strobl darauf hinweisen, dass Walchhofer die kleine Kugel gewonnen hat: "Das ist Rennsport. Der Michi ist der größte Abfahrer derzeit." Ob der Kärntner eine Saison anhängt, möchte er nicht sofort entscheiden: "Ich werde jetzt einmal drüberschlafen. Aber es schaut nicht so schlecht aus."

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