13.03.2006 16:21 |

Taliban-Aktion

Taliban prahlen mit Ausländer-Morden

Die radikal-islamischen Taliban in Afghanistan haben am Montag nach eigenen Angaben vier am Wochenende entführte Ausländer getötet. Die Männer seien erschossen und ihre Leichen an die Straße zwischen Kandahar und der Provinz Helmand gelegt worden, teilte ein Sprecher mit. Zuvor hatte Talibansprecher Kari Jussuf Ahmadi erklärt, unter den Entführten sei auch ein Deutscher. In dem Gebiet um Kandahar, einer früheren Hochburg der Taliban, kommt es immer wieder zu Überfällen von ihren Kämpfern auf Militärs und Zivilisten.

Das Auswärtige Amt in Berlin teilte mit, es bemühe sich um Klärung, ob unter den Entführten auch wirklich ein Deutscher ist. Dies könne bislang nicht bestätigt werden. Das Düsseldorfer Unternehmen Ecolog teilte unterdessen mit, dass acht seiner Mitarbeiter in Afghanistan entführt worden seien. Vier von ihnen, welche aber afghanischer Herkunft seien, befänden sich bereits wieder auf freiem Fuß.

Bei den vier anderen Mitarbeitern handele es sich laut Ecolog aber um Mazedonier. Es befinde sich kein deutscher Staatsangehöriger unter den Geiseln, so das Unternehmen. Ein Sprecher des Innenministeriums in Kabul bestätigte diese Version und erklärte ebenfalls, vier Afghanen seien mittlerweile frei gelassen worden. Die Polizei habe eine große Suchoperation eingeleitet.

Ecolog bietet Dienstleistungen für Truppen an, die im Ausland stationiert sind. In Afghanistan soll sich das Unternehmen um die Abwasserentsorgung von Armee-Stützpunkten gekümmert haben. Ecolog- Mitarbeiter waren erst im vergangenen Monat im Irak in Schwierigkeiten geraten. Zwei mazedonische Albaner waren im Südirak entführt, später aber wieder freigelassen worden.