"Blech"-Pistenfloh

Schmidhofer WM-Vierte ohne weinendes Auge

Sport
06.02.2015 21:25
Wie im Super-G hat es auch in der Damen-WM-Abfahrt neben der Medaille für Anna Fenninger "Blech" für die Steiermark gegeben. Aber: War Cornelia Hütter am Dienstag noch um elf Hundertstel an Bronze vorbei gerast, verpasste Nicole Schmidhofer am Freitag den Sprung auf das Stockerl um 0,69 Sekunden. "Deshalb habe ich auch kein weinendes Auge. Ich bin voll happy", strahlte der "Pistenfloh" aus dem Lachtal.

Schmidhofer hatte sich - wieder einmal - im letzten Abdrücker für ein Großereignis qualifiziert und musste am Donnerstag im Abschlusstraining von Beaver Creek auch noch interne Qualifikation gegen Nicole Hosp fahren: Überraschend klar setzte sich die Läuferin der USC Schönberg-Lachtal dabei durch. Knapp 21 Stunden später bewies die 1,58 Meter kleine Schmidhofer, dass sie den Platz zurecht eingenommen hatte, denn sie wurde - als beste der drei Steirerinnen im Feld und noch vor US-Superstar Lindsey Vonn und Elisabeth Görgl - Vierte.

"Ich freue mich voll über den Vierten"
"Ich bin schon stolz, dass ich mich aufgrund meiner Leistung qualifiziert und dies nun auch bestätigt habe. Ich freue mich voll über den Vierten, auch wenn einige das nicht verstehen", war Schmidhofer stolz, den "Best Of The Rest" anzuführen. "Und zur Siegerehrung darf ich auch." Schon am Samstag muss sie allerdings wieder die Heimreise nach Österreich antreten, deshalb wollte die Schlagzeugerin am Abend nach der Zeremonie in Vail auch nicht zu sehr auf die Pauke hauen. "Aber mit meinem Servicemann Bernie werde ich feiern, der hat sich echt ins Zeug gelegt", meinte die Fischer-Pilotin.

Medaille verpasst? "Dafür war ich zu weit weg"
Schmidhofer sah keinen Grund, einer verpassten WM-Medaille nachzutrauern. "Dafür war ich zu weit weg, obwohl ich aus meiner Sicht eine super Fahrt gemacht habe. Mehr kann ich hier runter wahrscheinlich nicht", gab die 25-Jährige zu. Ihre frühe Startnummer vier sei angesichts der "sommerlichen" Temperaturen zumindest kein Nachteil gewesen. "Wenn ich jetzt noch bessere Linksschwünge fahre... ", sinnierte sie, "da hat mir die Anna (Fenninger, Anm.) viel abgenommen."

"Ich bin im Training immer stark"
Die zweifache Junioren-Weltmeisterin (2007) gilt seit Jahren als Talent, stattdessen hat sie bisher nur zwei Weltcup-Podestplätze geschafft. Vor drei Jahren war sie nach einer Verletzung sogar aus dem ÖSV-Kader geflogen und hatte sich mit privat finanziertem Training zurückgekämpft. "Ich bin im Training immer stark, bring es aber oft im Rennen nicht", erklärte sie. Die Gründe? "Vielleicht bin ich teilweise ein bissl zu unlocker, auf jeden Fall fahre ich viel zu schön. Gäbe es Punkte wie beim Skispringen, hätte ich öfter die 20,0. Leider gewinnt man bei uns damit nichts."

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