06.03.2006 16:19 |

Starke Schneefälle

Massenkarambolage nach Schneechaos auf der A1

Zum Teil heftige Schneefälle haben am Sonntag in fast ganz Österreich zu erheblichen Verkehrsbehinderungen geführt und teilweise Chaos ausgelöst. In Kärnten waren 20.000 Haushalte ohne Strom. Auf der Westautobahn ereignete sich eine Massenkarambolage mit acht Fahrzeugen. Inzwischen hat sich die Situation großteils beruhigt, teilweise scheint die Sonne.

In Tirol und Kärnten beruhigte sich die Verkehrssituation, lediglich auf höher gelegenen Straßenverbindungen bestand Kettenpflicht. In Vorarlberg wurde die Lawinengefahr trotz weiterer Schneefälle zurückgestuft. Auch in Niederösterreich und Oberösterreich entspannte sich die Lage.

Massenkarambolage auf der A1
Acht Pkw waren am Sonntagabend in eine Massenkarambolage auf der Westautobahn im Bezirk Melk (Niederösterreich) verwickelt. Laut Sicherheitsdirektion forderte der Unfall einen Verletzten. Der 26-jährige Linzer wurde ins Krankenhaus Melk eingeliefert. Unglücksursache dürften die durch Neuschneemengen bedingten schwierigen Straßenverhältnisse gewesen sein. Die A1 wurde an der Unfallstelle für rund zwei Stunden gesperrt.

Unfälle auf der Südautobahn
Im Wechselabschnitt sorgte bei Schäffern auf der zum Teil winterlichen Fahrbahn ein Unfall für einen mehrere Kilometer langen Stau in Fahrtrichtung Wien. Es waren drei Fahrzeuge in den Unfall verwickelt. Auch zwischen Laßnitzhöhe und Gleisdorf/West kamen die Autofahrer durch mehrere Unfälle und einen damit verbunden Stau nur noch sehr langsam in Richtung Wien weiter. Außerdem bestand sowohl auf der L38 bei Hardegg (Bezirk Hollabrunn) als auch auf der B71 (Zellerrain-Straße) generelle Kettenpflicht. Auf der B20 im Bereich Annaberg und Josefsberg und auf der B21 über das Gscheid waren Ketten für Lkw vorgeschrieben.

Kärnten
Im Großraum Arnoldstein sorgten Schneefahrbahn und zahlreiche hängen gebliebene Fahrzeuge für erhebliche Verkehrsprobleme. Die Südautobahn (A2) musste in Fahrtrichtung Italien zwischen Villach/Warmbad und dem Autobahnzubringer Gailtal gesperrt werden. Auch auf Höhe der Rastation Südrast sorgten vor allem stecken gebliebene Lkw für eine Sperre in Richtung Süden. Gegen 15:00 Uhr wurde im Abschnitt zwischen Villach und Arnoldstein Kettenpflicht für Lkw verhängt.

Über den Packsattel mussten auf der Südautobahn Lkw-Lenker ebenfalls Ketten anlegen. Auch hier gab es im Bereich zwischen Wolfsberg und Steinberg immer wieder erhebliche Behinderungen und Staus durch hängen gebliebene Fahrzeuge. Zwischen Pörtschach und Villach hielten viele Bäume der Schneelast nicht mehr stand und stürzten auf die Fahrbahn der A2.

Tausende Haushalte ohne Strom
Nach Angaben der Kelag waren am Sonntagnachmittag mehr als 12.000 Haushalte ohne Strom. Besonders stark betroffen war Oberkärnten, aber auch im Raum Villach und Klagenfurt gingen vielerorts die Lichter aus. Bis Montag hat sich die Situation merklich entschärft.

Steiermark
Schneefälle führten auch in der Steiermark besonders in den südlichen Landesteilen zu Schneefahrbahnen. Auch auf den Autobahnen lag Schneematsch. In Graz waren die Straßen zentimeterhoch verschneit.

Burgenland
Die Schneefälle im gesamten Burgenland sorgten vor allem im Mittelburgenland und auf der Schnellstraße S31 für Schneefahrbahnen und Matsch auf den Straßen.

Salzburg
Auf einigen Gebirgsstraßen Salzburgs bestand Kettenpflicht für alle Fahrzeuge, wie zum Beispiel auf der Gerlos-Alpenstraße zwischen Krimml und Passhöhe, der Katschbergstraße B99 zwischen St. Michael und Katschberghöhe sowie auf der Hochkönigstraße B164 zwischen Mülbach und Dienten.

Tirol
In Nordtirol gab es zehn bis 15 Zentimeter Neuschnee. Auf der Inntalautobahn A12 und der Brennerautobahn A13 waren die Fahrbahnen schneebedeckt. Auf der A13 bestand für Schwerfahrzeuge Kettenpflicht. Einige Verbindungen waren wegen Lawinengefahr gesperrt.

Vorarlberg
Ergiebige Schneefälle führten am Sonntag in den nördlichen Landesteilen Vorarlbergs verbreitet zu großer Lawinengefahr der Stufe vier auf der fünfteiligen Skala.

Südbayern versinkt im Schnee
In Bayern und Baden-Württemberg mussten am Wochenende tausende von Menschen stundenlang Schnee schaufeln, Dächer räumen oder in kilometerlangen Staus ausharren. Straßen wurden gesperrt, Züge gestoppt und Flüge annulliert. Auch auf Flughäfen strandeten Reisende. Unter der Schneelast zusammengebrochene Bäume blockierten Bahnstrecken.

Nach Angaben des baden-württembergischen Innenministeriums wurden zwischen Freitag und Sonntag früh allein in diesem Bundesland bei 634 Unfällen vier Menschen getötet und 104 verletzt. Die Münchner Feuerwehr rückte allein bis Sonntagmittag mindestens 750 Mal aus. Viele Straßen waren von Bäumen blockiert, die unter der Schneelast zusammengebrochen waren. Auch in Hessen und Rheinland-Pfalz hatte es am Samstag mehrere hundert Mal gekracht. In den Alpen wurde vor Lawinen gewarnt.

Bayern, das den kältesten und schneereichsten Winter seit zwei Jahrzehnten erlebte, kämpft gegen Schneemassen. In München und Augsburg stoppten die Schneemassen den Nahverkehr. Bis zum Sonntagmorgen konnten in München S-Bahnen, Straßenbahnen und Busse nicht mehr fahren. Erstmals in seiner knapp 100-jährigen Geschichte blieb der Münchner Tierpark Hellabrunn am Sonntag geschlossen, weil der Winterdienst es nicht mehr schaffte, die Gehwege zu räumen. Auch die Tiere durften nicht mehr ins Freie.

Mittwoch, 02. Dezember 2020
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