Neben den vielen aufwendigen Studien auf dem Pariser Autosalon fällt der BYD Atto 8 kaum auf – dabei ist er einer der Kracher der Messe: Er ist der erste BYD, der das Laden mit mehr als einem Megawatt beherrscht. Und der Vorverkauf startet in Österreich schon im Dezember.
5,04 Meter lang, sieben Sitze, bis zu 775 PS und bis zu 653 Kilometer Reichweite: Mit dem Atto 8 greift BYD nicht nur an der Ladesäule, sondern auch bei den großen Elektro-SUVs an.
Vor allem aber dort. Er hat die zweite Generation der Blade Battery und der neuen Flash-Charging-Technik im Boden, in diesem Fall mit 115 kWh Kapazität. Von zehn auf 70 Prozent soll der Akku in gerade einmal fünf Minuten kommen, von zehn auf 97 Prozent in neun Minuten. Selbst im Winter soll es schnell gehen: Bei minus 30 Grad gibt BYD von 20 auf 97 Prozent zwölf Minuten an. Daraus macht BYD seinen neuen Werbespruch: „Ready in five, full in nine, if cold add three.“
Wo soll er denn laden?
BYD eröffnet in diesen Tagen die erste Flash-Charging-Ladestation in Österreich, bis Ende 2027 sollen es allein in Österreich 100 Stück sein, europaweit sogar 3000. Die Technik verspricht eine Ladeleistung von bis zu 1500 Kilowatt, also 1,5 MW. Allerdings braucht man nicht einmal eine solche Station, um von den technischen Fähigkeiten des BYD Atto 8 zu profitieren, wie der Hersteller versichert. An einer der verbreiteten 400-kW-Stationen zieht er von Anfang an die volle Leistung und behält sie bis fast zum Schluss bei. Also auch hier wird das Laden ungleich schneller gehen als bei anderen E-Autos.
Über die tatsächliche maximale Ladeleistung des Atto 8 macht BYD übrigens keine Angaben, es wird nur angegeben, dass die Technik an sich auf bis zu 1,5 MW ausgelegt ist.
Heck- oder Allradantrieb
Zwei Antriebsvarianten sind zum Start angekündigt. Der Atto 8 Design RWD fährt mit Hinterradantrieb. Sein einzelner Elektromotor leistet 340 kW/462 PS und 365 Nm. Für null auf 100 km/h braucht das große SUV acht Sekunden. Wichtiger dürfte für diese Version die Reichweite sein: Mit dem 115-kWh-Akku nennt BYD bis zu 653 Kilometer nach WLTP.
Beim Excellence AWD hebt ein zusätzlicher Motor an der Vorderachse die Systemleistung auf 570 kW/775 PS, das maximale Drehmoment beträgt 775 Nm. Damit erledigt der ATTO 8 den Standardsprint in 4,6 Sekunden. Die Reichweite sinkt auf 602 Kilometer.
Fünf Meter und sieben Sitze
Bescheiden ist der ATTO 8 auch sonst nicht geraten. Mit 5,04 Meter Länge, knapp zwei Meter Breite und 1,76 Meter Höhe tritt er gegen große elektrische Familien-SUVs wie Kia EV9, Hyundai Ioniq 9 oder Volvo EX90 an.
BYD baut drei Sitzreihen ein. Sind alle sieben Plätze besetzt, bleiben noch 270 Liter Kofferraum. Mit umgelegter zweiter und dritter Reihe wächst das Volumen auf 1960 Liter. Vorne gibt es zusätzlich einen üppigen 136-Liter-Frunk.
Die Vordersitze sind beheizt, belüftet und mit Massagefunktion ausgestattet. Dasselbe gilt für die beiden äußeren Plätze der zweiten Reihe. Eine Drei-Zonen-Klimaautomatik ist serienmäßig, sämtliche Sitze sind laut BYD mit Echtleder bezogen.
Das Cockpit besteht aus einem 10,25-Zoll-Instrumentendisplay, einem zentralen 15,6-Zoll-Touchscreen und einem 26 Zoll großen Head-up-Display. Google Maps, Google Assistant und der Play Store sind über Google Built-in direkt integriert.
Im Design RWD kommt ein Audiosystem mit zehn Lautsprechern zum Einsatz, im Excellence AWD eines mit 21 Lautsprechern. Außerdem gibt es ein Kühl- und Wärmefach, das seinen Inhalt auf bis zu minus sechs Grad kühlen beziehungsweise auf bis zu 50 Grad erwärmen kann.
Die Markteinführung soll im ersten Quartal 2027 starten. Preise nennt BYD noch nicht.
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