Phishing, also das Ausspähen von Passwörtern und anschließende Abgreifen von Vermögenswerten, hat heuer bereits Schäden von 19 Millionen Euro in Österreich angerichtet. 5000 Fälle wurden bisher gezählt, wie Bundeskriminalamts-Leiter Andreas Holzer am Freitag anlässlich des Starts der Aktion „10 Tage gegen Phishing“ bekannt gab.
„Die Methoden ändern sich. Die Cyberkriminellen werden immer einfallsreicher“, legte Holzer dar. So würden aktuell Textnachrichten verschickt, in denen mit der Vorgabe, die Registrierung für die ID-Austria laufe ab, Empfänger hinters Licht geführt werden. Hundert Opfer ließen sich damit bereits täuschen, allein mit dieser Phishing-Methode wurde schon ein Schaden von 500.000 Euro verursacht.
Karner will „die Zähne zeigen“
„Trotz aller Professionalisierung der polizeilichen Arbeit ist die Aufklärung enorm schwierig“, gab Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) zu bedenken. Prävention und Vorbeugung seien entscheidende Faktoren. Karner will aber auch bei der Exekutive nachschärfen und den Cyberkriminellen „die Zähne zeigen“, wie er sagte.
Eigens auf diese perfide Form der Kriminalität ausgerichtete polizeiliche Trainings-Center wurden in Oberösterreich, Kärnten und im Burgenland geschaffen. In Tirol wird demnächst eines eröffnet. „Die restlichen Länder folgen 2027“, kündigte Karner an.
Spiel mit der Angst
Über 5,6 Milliarden Zahlungen wurden im Vorjahr in Österreich abgewickelt. 0,006 Prozent hatten einen betrügerischen Hintergrund, berichtete der Gouverneur der Österreichischen Nationalbank, Martin Kocher. „Das sind aber noch immer 350.000 Transaktionen.“ In 83 Prozent der Schadensfälle seien die Opfer dazu gebracht worden, Überweisungen vorzunehmen.
„Die Betrüger arbeiten mit Angst und bauen Druck auf“, skizzierte Kocher. Die Kriminellen würden auch zusehends auf die KI zurückgreifen: „Die Betrugsmaschen werden so immer glaubwürdiger.“
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