Di, 16. Oktober 2018

Fußball-WM in Katar

10.12.2014 18:02

FIFA-Informantin Almajid: "Fürchte um mein Leben"

Phaedra Almajid, die Katar vor der WM-Vergabe 2022 Bestechungen in Millionenhöhe vorwirft, muss in den USA vom FBI in einem Versteck rund um die Uhr beschützt werden.

Der Kriminalfall um die Vergabe der Fußball-WM 2022 an Katar nimmt immer dramatischere Formen an. "Ich fürchte um mein Leben und das Leben meiner Kinder", zittert Phaedra Almajid, jene mutige Frau, die Katar vor der Vergabe eine Millionen-Bestechung vorgeworfen hat.

Der Strick legt sich auch immer fester um die FIFA, die langfristig kaum an Katar festhalten kann. Der Druck auf Almajid, die als frühere Bewerbungs-Pressechefin von Katar absolute Insiderin war, ist unerträglich geworden. Derzeit hält sie sich  in den USA sogar unter  dem Schutz des FBI auf. "Ich werde bis zum Ende meiner Tage auf der Hut sein müssen, ob ich verfolgt  und bedroht werde." Sie ist alleinerziehende Mutter zweier Buben, von denen einer autistisch und körperbehindert ist.

Bestechungsvorwürfe
Schon vor drei Jahren hatte Phaedra Almajid Katar erstmals Bestechungen vorgeworfen, diese aber auf Druck als falsch revidiert. Schon damals kontaktierte sie das FBI, das sie jetzt rund um die Uhr beschützt. Gegenüber "France Football" wurde sie nämlich konkret wie nie. Ein Katarer habe einem Afrikaner eine Million US-Dollar angeboten, wenn er für Katar als WM-Ausrichter stimmen würde. Der forderte kurzerhand eineinhalb Millionen Dollar – die er auch bekam! Laut Almajid seien ähnliche Deals mit weiteren zwei afrikanischen Funktionären gelaufen.

Almajid, die schon 2010 ihren Presse-Job in Doha verloren hatte,  machte ihre Informationen anonym – und war natürlich verwundert und erbost, dass ihr Name jetzt im Zuge dieser Anschuldigungen  publik wurde.  Sie vermutet, dass dies gezielt vom WM-Büro in Doha lanciert wurde.

Platini: "Bin sauberer, als sauber"
Katar gerät immer stärker unter Druck, weist aber – wie seit Monaten – sämtliche Vorwürfe drastisch zurück. Wie auch UEFA-Präsident Michel Platini. Der Franzose sagte:  "Ich bin sauberer als sauber. Ich habe keinen Picasso, keinen Goldbarren oder sonst irgendetwas." Ihm war vorgeworfen worden, große "Geschenke" als Bestechung  angenommen zu haben. Langfristig wird es immer unwahrscheinlicher, dass die FIFA an Katar als WM-Ausrichter festhält.

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