Nach knapp fünf Jahren und insgesamt 89 Bundesliga-Spielen für den SK Rapid und Blau-Weiß Linz war es für Martin Moormann an der Zeit für etwas Neues. Der Sierndorfer folgte dem Ruf des schottischen Erstligisten Motherwell FC. Oder besser gesagt: jenem von Dauerregen, britischem Fußball-Flair und einer historischen Europacup-Chance.
„Ich habe erwartet, dass das Wetter hier ziemlich bescheiden wird. Und so ist es auch gekommen, meine erste Woche hier hat es nur geschüttet“, grinst der 25-Jährige, „Im Gegensatz zu den 40 Grad in Österreich war’s dann aber recht angenehm.“ Das alles andere als angenehme Aus in Linz samt verlorenem Stammplatz und Abstieg hat Moormann längst abgehakt, der Abgang war dann nur noch eine Frage der Zeit.
„Im Endeffekt war es für beide Seiten das Beste. Ich hatte zudem schon Gespräche geführt, Motherwell hat für mich am besten gepasst. Ein familiärer Verein, das war mir schon immer wichtig“, betont der Verteidiger.
„Dialekt verstehen wir noch nicht“
Eingewöhnungs-Hilfe inklusive, kickt mit dem Ex-Altacher Lukas Fadinger ein zweiter rot-weiß-roter Legionär in der 30.000-Seelen-Stadt. Die beiden wohnen quasi Tür an Tür, bilden eine gemeinsame Fahrgemeinschaft zu den Trainings. „Das hilft mir enorm bei der Eingewöhnung. Aber den schottischen Dialekt verstehen wir beide noch immer nicht“, lacht Moormann.
Grün-weißer Besuch
Gut also, wenn’s hin und wieder Besuch aus der Heimat gibt. Beim Rapid-Gastspiel bei Hearts traf er sich mit „Spezis“ Niki Hedl und Co., trotz einiger Tipps reichte es für seine grün-weißen Ex-Kollegen nicht zum Weiterkommen. „Die schlechten Ergebnisse von Hearts gegen Sturm haben getäuscht. Bitter, aber es war cool die Leute zu sehen. Das kommt als Fußballer ohnehin so gut wie immer zu kurz.“
Einstand nach Maß
Kein Wunder, bei dem Monsterprogramm! Seit seiner Ankunft in Motherwell spielte sich Moormann auf Anhieb in die Startelf und absolvierte acht Pflichtspiele – samt Einstand nach Maß. Bei seinem Debüt in der zweiten Runde der Quali zur Conference League gegen Torshavn (Fär) sorgte der Verteidiger per Schuss aus 25 Metern für die Führung. „Das Stadion ist explodiert. Sonst gehört Toreschießen nicht zu meinen Stärken“, schmunzelt der Ex-Rapidler.
Klare Angelegenheit
Sein bisher größtes Highlight sollte aber noch folgen: das Play-off gegen Freiburg. Für Motherwell eine historische Chance, das Erreichen einer internationalen Gruppenphase blieb dem Verein bis dato verwehrt. Auch, weil der Vierte der abgelaufenen Saison im Gesamtscore mit 2:7 unterlag, jeweils eine schottische Unterzahl das Spiel zu Gunsten der Breisgauer wendete. Wer im Hinspiel Gelb-Rot sah? Moormann!
„Ein dummes Foul. Bis dahin waren wir gut im Spiel. Die Stimmung war aber dennoch extrem cool. Knapp neun Tausend Fans haben jede kleinste Aktion, jeden gewonnen Zweikampf bejubelt. Dieser britische Fußball-Flair taugt mir richtig!“
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