NATO-Luftraum verletzt

Bestätigt: Russische Rakete explodierte in Polen

Außenpolitik
31.07.2026 11:42
Porträt von krone.at
Von krone.at

Was vermutet wurde, ist jetzt Gewissheit: Bei dem Flugobjekt, das am Donnerstag in den polnischen Luftraum eingedrungen und dann explodiert war, handelt es sich um einen russischen Marschflugkörper. Das hat die polnische Regierung bestätigt.

„Wir können mit voller Verantwortung bestätigen, dass es sich um eine russische Ch-101-Rakete handelt“, sagte Vizeverteidigungsminister Cezary Tomczyk am Donnerstagabend dem Radiosender Rmf.fm. Dies sei ein Marschflugkörper, der potenziell sehr gefährlich sei und auch Atomsprengköpfe transportieren könne. Die Rakete sei beim Aufprall explodiert.

Riesiger Krater in Feld
Am Donnerstag war während schwerer russischer Luftangriffe auf die Ukraine ein Flugobjekt in den Luftraum des NATO-Staats Polen eingedrungen und abgestürzt. Der Absturzort auf einem Feld nahe dem Ort Tarnawa Kolonia liegt südlich der Stadt Lublin und 90 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt.  Das polnische Fernsehen zeigte Bilder von einem riesigen Krater in einem Feld, Anrainer berichteten von einem lauten Knall. Es gab keine Verletzten.

Ein polnisches Kampfflugzeug vom Typ F-16 (Archivbild)
Ein polnisches Kampfflugzeug vom Typ F-16 (Archivbild)(Bild: Wikimedia Commons/Gerard van der Schaaf/CC BY 2.0)

General Ireneusz Nowak, der Einsatzleiter, sagte, bereits vor Mitternacht habe die polnische Luftwaffe Anzeichen für einen bevorstehenden russischen Angriff auf die Ukraine bemerkt. Später ließ man Kampfjets vom Typ F-16 aufsteigen.

Kampfjet direkt über Rakete
Als das Flugobjekt im polnischen Luftraum entdeckt wurde, habe der Pilot eines F-16 den Befehl bekommen, in Richtung dieses Objekts zu fliegen, um es abzufangen und zu identifizieren. „Ich war die ganze Zeit bereit, den Befehl zum Abschuss zu geben“, so Nowak. Am Ende habe sich der Kampfjetpilot aber direkt über der Rakete befunden, als diese auf dem Boden aufschlug.

Polen ist Mitglied der NATO und grenzt an den Westen der Ukraine. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs ist der polnische Luftraum schon öfter verletzt worden. Gröbere Verwerfungen dürfte auch dieser Vorfall nicht nach sich ziehen: Der polnische Premier Donald Tusk erklärte am Donnerstagabend, es gebe keinerlei Grund für die Annahme, dass Polen Ziel des Angriffs gewesen sei.

Macron verurteilt Verletzung des Luftraums
Der französische Präsident Emmanuel Macron verurteilte die massiven Angriffe Russlands auf die Ukraine und die Verletzung des polnischen Luftraums auf das Schärfste. Kiew sieht einen weiteren Beweis dafür, dass die Luftabwehr der Ukraine dringend gestärkt werden müsse, auch um die NATO-Länder zu schützen. 

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