Krise für Temu & Co.

Neue Gebühr bremst China-Pakete massiv ein

Wirtschaft
31.07.2026 11:48
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die neuen Gebühren für günstige Pakete aus Drittstaaten zeigen in Österreich bereits erste Auswirkungen: Die Österreichische Post verzeichnet bei Sendungen aus Asien, vor allem aus China, einen deutlichen Rückgang. Seit Anfang Juli sei die Menge dieser Pakete um rund 40 Prozent gesunken, sagte Post-Chef Walter Oblin laut einem Interview.

Grund für den Einbruch ist die seit 1. Juli geltende neue Regelung der Europäischen Union: Für Pakete aus Drittstaaten mit einem Wert von unter 150 Euro wird seither ein Zoll von drei Euro pro Produkt einer Warengruppe eingehoben. Die zusätzlichen Kosten treffen vor allem günstige Online-Bestellungen aus China.

Obwohl die Mengen zuletzt deutlich zurückgegangen sind, erwartet Post-Chef Oblin gegenüber den „Oberösterreichischen Nachrichten“ keine dauerhafte Entwicklung. Er geht davon aus, dass sich das Paketaufkommen wieder erholen wird. Händler könnten ihre Geschäftsmodelle anpassen und etwa verstärkt Waren aus europäischen Lagern verschicken.

Weitere Gebühren ab November geplant
Die EU plant zudem weitere Änderungen für Kleinpakete aus Drittstaaten. Ab November soll in allen Mitgliedstaaten eine Bearbeitungsgebühr für Sendungen etwa aus China, Großbritannien oder den USA eingehoben werden. Vorgesehen ist eine Gebühr von zwei Euro.

Die Plastiktaschen aus Fernost haben hierzulande massiv abgenommen.
Die Plastiktaschen aus Fernost haben hierzulande massiv abgenommen.(Bild: stock adobe)

Zusätzlich ist in Österreich eine eigene Paketabgabe geplant. Diese soll ab 1. Oktober für große Onlinehändler mit einem Jahresumsatz von mehr als 100 Millionen Euro gelten und ebenfalls zwei Euro pro Paket betragen.

Post-Chef kritisiert heimische Abgabe
Oblin hat sich bereits mehrfach kritisch gegenüber der österreichischen Paketsteuer geäußert. Laut dem „OÖN“-Interview befürchtet er, dass die Abgabe nicht nur internationale Plattformen treffen könnte, sondern auch kleinere heimische Händler, die ihre Waren über große Online-Marktplätze verkaufen.

Die Diskussion um zusätzliche Kosten für Pakete aus dem Ausland dürfte damit weitergehen. Während die EU-Regelungen vor allem auf Sendungen aus Drittstaaten abzielen, sorgt die geplante österreichische Abgabe vor allem im heimischen Handel für Kritik.

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