Brüchige Waffenruhe

Donezk: Artilleriefeuer rund um Flughafen

Ausland
13.09.2014 13:24
Ungeachtet der Waffenruhe in der Ukraine sind am Samstag im Osten des Landes offenbar neue Kämpfe aufgeflammt. In der Nähe des Flughafens von Donezk war heftiges Artilleriefeuer zu hören, eine schwarze Rauchsäule stieg über dem Gebiet auf, wie ein Reporter vor Ort berichtete.

Das ukrainische Militär hat den Flughafen unter Kontrolle, während die Stadt selbst in der Hand prorussischer Separatisten ist. Die ukrainische Armee war in der Nacht nach eigenen Angaben in der Gegend um den Flughafen unter Beschuss von Rebellen geraten. Die jüngste Entwicklung ließ die Waffenruhe so brüchig werden wie kaum zuvor in den vergangenen Tagen.

Die Waffen hatten weitgehend geschwiegen, seit sich die Ukraine, Russland und die prorussischen Separatisten vor gut einer Woche auf eine Feuerpause verständigt hatten. Am Freitag hatten die USA und die EU neue Sanktionen gegen Russland verhängt. Die Ukraine und der Westen werfen der Moskauer Regierung vor, die prorussischen Rebellen mit Soldaten und Panzern zu unterstützen. Russland weist dies zurück.

Jazenjuk: "Putin will Ukraine eliminieren"
Wie der ukrainische Regierungschef Arseni Jazenjuk die Waffenruhe beurteilt, ließ er am Samstag in gewohnt wortgewaltiger Manier anklingen: "Wir sind immer noch in einer Phase des Krieges und der Schlüsselaggressor ist die Russische Föderation. Putin will einen weiteren eingefrorenen Konflikt." Trotz der geltenden Waffenruhe wolle Putin "die Ukraine als unabhängigen Staat eliminieren", so Jazenjuk. "Sein (Putins, Anm.) Ziel ist es, die gesamte Ukraine einzunehmen. Russland ist eine Bedrohung für die globale Ordnung und die Sicherheit für ganz Europa."

Der Ministerpräsident sieht angesichts der Bedrohung einzig und allein die NATO als einzigen Garant für die Sicherheit der Ukraine. "In dieser Situation kann uns nur die NATO schützen", sagte Jazenjuk. Er verstehe allerdings, dass die Allianz im Moment nicht bereit sei, die Ukraine aufzunehmen.

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