Papierformgemäß gingen die Südkoreaner wohl als zumindest leichter Favorit ins Spiel im Estadio Beira-Rio von Porto Alegre, angenehme 21 Grad Celsius und 58 Prozent Luftfeuchtigkeit ließen auch nicht gerade einen Vorteil für die Hitze wohl eher gewöhnten Algerier vermuten. Was sich dann auf dem Grün des architektonisch beeindruckendsten Stadions bei dieser WM abspielte, zeigte allerdings, dass Papier, auf dem über Favoriten fabuliert wird, oftmals sehr geduldig ist.
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Denn die Algerier zeigten von Beginn an, dass sie die Last-Minute-Schlappe gegen Belgien vergessen machen wollten: Sofiane Feghouli meldete sich nach einer schlechten Abwehr der Südkoreaner bereits in Minute 2 mit dem ersten Torschuss des Spiels. Kurz darauf blieb die Pfeife von Schiri Wilmar Perez nach einer Attacke von Young-Gwon Kim an Feghouli im Strafraum still – Fehlentscheidung!
Algerien spielt sich in einen Rausch
Die Algerier ließen sich von diesem Nicht-Pfiff allerdings nicht entmutigen und spielten weiter munter nach vorne, bei Aktionen von Islam Slimani (9./Kopfball geht drüber, 21., 25./Abseits) und Carl Medjani (22.) fehlte allerdings noch jeweils ein Alzerl. Doch dann ging’s rund: In Minute 26 landete ein langer Ball von Medjani bei Slimani, der zwischen Kim und Yong Lee durchstieß und mit links auf 1:0 für Algerien stellte. Zwei Minuten später stand es bereits 2:0 für die Nordafrikaner, weil Rafik Halliche einen Corner von Abdelmoumene Djabou mit voller Kopf-Wucht im Tor Südkoreas unterzubringen verstand – Goalie Sung-Ryong Jung sah dabei nicht gut aus. Doch damit gaben sich die Algerier noch immer nicht zufrieden: In Minute 38 bediente Slimani nach einer schlechten Abwehr der Südkoreaner den freistehenden Djabou, der aus knapp zehn Metern auf 3:0 erhöhte.
Südkorea kommt wie verwandelt aus der Kabine
Was auch immer Südkoreas Teamchef Myung-Bo Hong seinen Burschen in der Pause gesagt haben mag, es wirkte: Hatte in Spielhälfte eins Leverkusen-Ass Heung-Min Son gerade einmal in zwei Aktionen für Gefahr vor dem algerischen Tor gesorgt (11., 12.), präsentierten sich die Asiaten nach Wiederanpfiff gleich vom Start weg präsenter, munterer und vor allem auch gefährlicher. Und der neu gewonnene Angriffselan wurde auch bald belohnt. Ein langer Pass in den Strafraum der Algerier fiel Son zwar erst nur auf den Rücken – nach einem kurzen Orientierungsmoment sicherte er den Ball aber noch, ließ Madjid Bougherra aussteigen und schoss ihn Goalie Rais M’Bohli durch die Beine zum 1:3 ins Netz (50.).
Algerien trägt Südkoreas Hoffnungen bald wieder zu Grabe
Die Wende im Spiel? Kurz hatte es den Anschein, denn im Anschluss an das 1:3 kamen die Südkoreaner durch Ja-Cheol Koo (53./beim Kopfballtreffer im Abseits) und Sung-Yong Ki (60./Weitschuss) beinahe zu ihrem zweiten Treffer. Doch in Minute 62 stellten die Algerier mit ihrer ersten richtig guten Chance in Durchgang zwei den Drei-Tore-Vorsprung wieder her: Feghouli und Yacine Brahimi nahmen im Zusammenspiel die südkoreanische Abwehr auseinander, und nach zwei Doppelpässen schob Brahimi den Ball zum 4:1 für Algerien über die Torlinie. Aufgeben stand für die Asiaten dennoch nicht zur Diskussion: 20 Minuten vor dem Ende verkürzte Südkorea noch einmal. Ausgangspunkt war ein langer Ball auf Son, der zwar zunächst noch scheiterte, aber am Ende landete der Ball über Keun-Ho Lee und Koo doch noch im Tor (72.).
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