¿Keramiker¿

¿Wir brauchen fixe Professur!¿

„Wir wollen dem Medium Keramik neue Qualitäten geben“, sind sich Professoren und Studierende der Linzer Kunstuni, Studienrichtung Keramik, einig. Seit drei Jahren speist man sie mit Gastprofessuren ab. Was wertvolle Impulse brachte, sollte in eine klare Perspektive münden: „Wir brauchen eine fixe Professur!“

Wird die Studienrichtung Keramik in Linz dem Sparstift zum Opfer fallen? An der Wiener Angewandten wird die Keramik bis 2009 eingestellt. Linz könnte dann zur ersten Adresse in der keramischen-künstlerischen Ausbildung werden.

Das Image vom „Häferl“ machen hat die Studienrichtung längst abgelegt: „Wir haben ein neues Profil, sowohl bei den Themen als auch bei den Techniken“, sagt a.o. Professorin Maria Baumgartner. Neben einem handwerklichen Grundstock liegt im Studium der Schwerpunkt auf Design und Kunst in der Verbindung mit Neuen Medien. „Das beginnt beim Entwerfen am Computer.“ Die Verschränkung des Grundstoffes Ton mit medialen Techniken ist ein Forschungsgegenstand mit zukunftsträchtigen Möglichkeiten. Arno Wilthan, der gerade an seiner Diplomarbeit tüftelt, sieht auch soziale Herausforderungen: „Ich entwerfe ein Geschirr für Menschen mit besonderen Bedürfnissen.“

Die Istanbuler Keramikerin Canan Dagdelen (45), die in Österreich studierte, leitet seit Oktober als Universitätsprofessorin das Hauptfach Keramik. Sie ist die dritte Gastprofessorin seit der Emeritierung von Günther Praschak 2003: „Die Studierenden eignen sich Techniken an und setzen sie neu und kreativ ein“. Dagdelen war u. a. bei der Lentos-Schau „Paulas Home“ mit Werken vertreten.

 

 

Foto: Chris Koller

Samstag, 12. Juni 2021
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