Pilotprojekt startet

Energiezukunft: Postautos als Stromspeicher

Niederösterreich
13.03.2026 15:00

Völlig neue Wege bei der Energieversorgung gehen nun Post und EVN gemeinsam. Ein Pilotprojekt soll das Netz entlasten und für Energiesicherheit sorgen.

An der Donau bei Mautern surrt jetzt ein ungewöhnlicher Energietest: Postautos sollen künftig nicht nur Strom tanken, sondern bei Bedarf auch wieder abgeben.

Die Zukunft der Energieversorgung könnte künftig tatsächlich auf vier Rädern rollen - und gelb lackiert sein. Denn die Österreichische Post, die EVN und Netz Niederösterreich starten jetzt ein ungewöhnliches Pilotprojekt: Postfuchs-Elektrofahrzeuge werden dabei nicht nur geladen, sondern sollen auch Strom wieder ins Netz zurückspeisen.

Autos werden zu mobilen Batteriespeichern
Beim sogenannten bidirektionalen Laden – auch „Vehicle-to-Grid“ genannt – werden zur Stunde vorerst einmal fünf E-Transporter der Marke Maxus an speziellen Wallboxen getestet. Während die Fahrzeuge tagsüber unterwegs sind, erzeugt eine Photovoltaikanlage am Dach der Postbasis Strom. Stehen die Fahrzeuge später auf ihren Ladeplätzen, etwa am Nachmittag oder am Wochenende, wird diese Energie in ihren Batterien gespeichert. Bei Bedarf kann sie später wieder ins Stromnetz abgegeben werden.

Vision: Große Batterie aus vielen kleinen

Die Idee dahinter: Viele einzelne Fahrzeugbatterien könnten gemeinsam zu einem großen, mobilen Stromspeicher werden. „Wenn der Praxistest gelingt, könnte unsere E-Flotte zu einem dezentralisierten Speichersystem werden“, erklärt Post-Vorstand Peter Umundum. Immerhin betreibt das Unternehmen bereits mehr als 6000 Elektrofahrzeuge sowie Photovoltaikanlagen mit mehr als 20 Megawatt Leistung.

Schritt Richtung Energiesystem der Zukunft

Auch bei der EVN sieht man darin einen wichtigen Schritt für das Energiesystem der Zukunft. Technikvorstand Stefan Stallinger betont, dass Elektroautos künftig eine zentrale Rolle spielen könnten, um Stromnetze flexibler zu machen und Lastspitzen abzufedern.

Noch rechtliches Neuland
Noch allerdings ist das Projekt echtes Neuland. Die rechtlichen Rahmenbedingungen für bidirektionales Laden fehlen in Österreich bislang weitgehend. Netz Niederösterreich und die EVN wollen deshalb gemeinsam mit der Post praktische Erfahrungen sammeln und mögliche Standards für die Zukunft entwickeln.

Langfristige Vision
Langfristig könnte daraus ein beeindruckendes Szenario entstehen: Tausende Post-Elektrofahrzeuge, die über Nacht an ihren Basen stehen, würden nicht nur Strom tanken – sondern als fahrender Großspeicher das Netz stabilisieren. Wenn alles nach Plan läuft, könnte diese Technologie im weiten Land ab 2027 breiter zum Einsatz kommen.

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