Leitete UNO-Sitzung

Melania Trump: „Hoffe, dass ihr bald Frieden habt“

Außenpolitik
03.03.2026 08:16
Porträt von krone.at
Von krone.at

Während der US-Präsident Krieg führt, leitete First Lady Melania Trump erstmals eine Sitzung des höchsten Gremiums, das über den Weltfrieden wacht. Die 55-Jährige sagte in ihrer Ansprache Sätze wie „Frieden muss nicht fragil sein“. 

Die USA setzten sich für alle Kinder auf der ganzen Welt ein, betonte Trump. „Ich hoffe, dass ihr bald Frieden haben werdet.“ Den militärischen Konflikt im Nahen Osten erwähnte sie dabei nicht explizit. Das frühere Model leitete eine Sitzung des mächtigsten UNO-Gremiums zum Thema Kinder, Technologie und Bildung in Konfliktsituationen. Die Sitzung des Sicherheitsrats schloss die First Lady mit dem Satz: „Ich wünsche Ihnen allen viel Kraft bei der Bewahrung des Friedens in der Welt.“

Die Übernahme des Vorsitzes durch die First Lady stieß teilweise auf Kritik. Die Vereinten Nationen begrüßten den Sitzungsvorsitz der First Lady. Es sei ein Zeichen der Wertschätzung der USA für den Sicherheitsrat, hatte ein Sprecher von Generalsekretär António Guterres im Voraus gesagt.

Vorsitz des UNO-Gremiums

Die USA haben in diesem Monat turnusmäßig den Vorsitz im wichtigsten UNO-Gremium übernommen, was auch die Leitung der Treffen beinhaltet. Üblicherweise führen UNO-Botschafter oder Regierungsvertreter durch die Sitzungen des 15-köpfigen Gremiums.

Scharfe Kritik
Neben einer Reihe verwunderter Reaktion über den Vorsitz der First Lady wurde der Schritt auch scharf kritisiert. Eine Kolumnistin des britischen „Guardian“ etwa sah darin den gezielten Versuch, die UNO bloßzustellen. Melania Trump hat sich in der Vergangenheit mit öffentlichen Auftritten zurückgehalten, zuletzt aber vermehrt die Öffentlichkeit gesucht, zum Beispiel mit ihrem Dokumentarfilmprojekt „Melania“.

Der UNO-Botschafter des Irans kritisierte den Zeitpunkt einer Sitzung mit einem derartigen Thema und warf den USA und Israel erneut vor, für einen Angriff auf eine Schule mit vielen getöteten Kindern verantwortlich zu sein. Israel hatte den Vorwurf zurückgewiesen. „Zu diesem Zeitpunkt sind uns keine israelischen oder amerikanischen Angriffe dort bekannt“, sagte der israelische Militärsprecher Nadav Schoschani.

Besonders die scharfe Kritik ihres Mannes an den UN hatte die Frage der Beweggründe der First Lady für den Sitzungsvorsitz aufgeworfen. Dass die dritte Ehefrau Donald Trumps mitunter Positionen vertritt oder Signale sendet, die nicht deckungsgleich mit denen ihres Mannes sind, ist dabei nicht neu. Einige Beobachter vermuten etwa eine Strategie des Kommunikationsmixes des Ehepaars Trump dahinter.

Angespannte Lage
Der Auftritt erfolgt vor dem Hintergrund eines angespannten Verhältnisses zwischen der Regierung von US-Präsident Donald Trump und den Vereinten Nationen. Trump hat die Organisation in der Vergangenheit wiederholt als ineffektiv bezeichnet und den Austritt seines Landes aus zahlreichen UNO-Organisationen bewirkt. Nach UN-Angaben schulden die USA der Organisation noch viele Milliarden Dollar.

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