Die Alpin-Bewerbe bei den Olympischen Spielen sind in Cortina d‘Ampezzo mit einer rot-weiß-roten Enttäuschung zu Ende gegangen. Katharina Truppe und Katharina Huber verpassten am Mittwoch im Slalom mit den Plätzen fünf und sechs die Medaillen. Dank Gold von Ariane Rädler und Huber in der Teamkombination sowie Bronze von Cornelia Hütter könne man „summa summarum zufrieden sein. Wir können erhobenen Hauptes heimfahren“, resümierte ÖSV-Frauen-Cheftrainer Roland Assinger.
Nach der Enttäuschung in der Abfahrt schlug sein Team zunächst in der Teamkombination und zwei Tage später im Super-G zu und sorgte für gute Stimmung im ÖSV-Team. „Das Gold von Ari und Kathi Huber tut sehr, sehr gut. Das war das Highlight aus österreichischer Damen-Sicht. Es war ein spannungsgeladenes Rennen mit einem super Ergebnis, wo die Besten am Start waren. Super-G war ein reiner Kampf und die langersehnte Medaille von Conni ist geglückt“, erklärte Assinger.
Vierte und fünfte Plätze tun weh
Neben den zwei Medaillen fuhren seine Läuferinnen zweimal auf Rang vier (Hütter in der Abfahrt, Rädler mit einer Hundertstelsekunde zurück im Super-G), in Slalom (Truppe) und Riesentorlauf (Julia Scheib) gab es jeweils Platz fünf. „Das sind die Sachen, die weh tun“, sagte Assinger. Aber „wir waren in jeder Disziplin dabei. Das eine oder andere kann man besser machen, aber man kann ja auch ohne Medaille heimfahren“.
Dass alle drei Medaillen-Gewinnerinnen schon über 30 sind, kommt für ihn keineswegs überraschend. „Die Routine spricht für die Damen, heutzutage verschiebt sich alles nach oben“, sagt der ÖSV-Coach und hob Federica Brignone hervor, die nach ihrer schweren Verletzung mit 35 Jahren zweimal Gold holte. Die Italienerin ist für ihn „die Grande Dame der Spiele. Was die geleistet hat, so zurückzukommen, sie ist für mich der Superstar der Olympischen Spiele. Da sieht man, was Kampfgeist und Routine ausmacht“.
5. Platz von Scheib „schmerzt“
Ganz besonders bitter aus rot-weiß-roter Sicht war Platz fünf von Mitfavoritin Julia Scheib im Riesentorlauf. Das „schmerzt, keine Frage“, sagte Assinger. Dass die Steirerin nach einem Funkspruch ihre geplante Linie änderte und damit entscheidend Zeit verlor, relativierte der Coach. „Das wird zu polarisiert“, sagte er. „Diese Funksprüche sind in jedem Rennen. Bei der Hütter hat es ihr die Bronze-Medaille gerettet.“
Scheib könne das gut wegstecken, ist er überzeugt. „Sie ist schon wieder in der Spur. Zwei Stunden später hat sie gesagt, passt, abgehakt, weiter geht‘s. Nachplärren hilft nichts, das bringt uns nicht weiter, das bringt sie nicht weiter. Im Sport gibt es so viele Ups und Downs, damit muss man umgehen lernen“, meinte der Kärntner.
Nächste Ziele im Weltcup
Allgemein gelte nun: „Kopf hoch, abhaken, im Weltcup sind noch einige Sachen zu erledigen.“ Scheib geht im Riesentorlauf-Weltcup mit deutlichem Vorsprung ins Saison-Finish, in der Abfahrt „ist die Kugel aufgrund der Verletzung von Lindsey (Vonn) in Greifweite“ für Hütter, die mit ihrer lang ersehnten Olympia-Medaille angreifen kann. Auch den Nationencup bei den Frauen hat er trotz 577 Punkten Rückstand auf das führende US-Team noch nicht abgeschrieben. „Das ist schon mein geheimes Ziel, abgerechnet wird in Hafjell“, erklärte Assinger mit Blick auf das Weltcup-Finale mit dem 25. März als letztem Wettkampf-Tag.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.