Drogenschmuggel

Verringerte Haftstrafe für Vorarlberger Rockerboss

Vorarlberg
17.02.2026 18:00
Porträt von Chantal Dorn
Von Chantal Dorn

Seit 25 Monaten sitzt der einstige Vorarlberger Rockerboss in Untersuchungshaft. Ein langer Zeitraum – für ihn, für seine Familie, für die Justiz. Am Dienstag hieß es für den bislang Unbescholtene im zweiten Rechtsgang am Landesgericht Feldkirch elfeinhalb statt vierzehn Jahren Haft.

Im Zentrum des Verfahrens stehen gewaltige Mengen an Suchtgift. 181 Kilo Cannabis, 40 Kilo Kokain. Geschmuggelt von Spanien nach Deutschland und Österreich, organisiert von einem Dealer-Ring, verteilt an zahlreiche Abnehmer. Die Anklage spricht von „reiner Gewinnsucht“ und einem professionell organisierten, grenzüberschreitenden Handel. „Man kann sagen, dass Vorarlberg mit Kokain und Cannabis ganz gut versorgt war“, so Staatsanwalt Marco Mazzia. Dass der Fall nun im zweiten Rechtsgang am Landesgericht Feldkirch neu verhandelt wird, liegt an der langen Verfahrensdauer. Weshalb der Oberste Gerichtshof eine Verletzung der Grundrechte des Angeklagten sah. Immerhin sitzt der 40-Jährige bereits seit 25 Monaten in Untersuchungshaft.

„Eine lange Zeit zum Nachdenken“
Dem widerspricht der öffentliche Ankläger. Zwar habe sich das Verfahren gezogen, doch die Ermittlungen seien eben sehr umfassend gewesen. Verteidigerin Olivia Lerch hält dagegen: „Selbst der Oberste Gerichtshof brauchte ein Jahr für seine Entscheidung.“ Ihr Mandant sei bis zur Verhaftung berufstätig gewesen, sozial integriert, bislang unbescholten. „Seine Familie steht hinter ihm.“ Sichtlich bewegt liest der Angeklagte anschließend einen selbst verfassten Brief vor. „25 Monate sind eine lange Zeit zum Nachdenken“, sagt er leise. Heute sei ihm klar, was er vor allem seiner Frau und dem gemeinsamen Sohn angetan habe. Besonders treffe ihn die Frage seines Sohnes: „Papa, alle gehen zum Fußballmatch – wo bist du?“ Dass er den Verfallsbetrag von rund 70.000 Euro an den Staat bereits begleichen konnte, verdanke er seiner Familie. 

„Will wieder geregeltes Leben“
Nach kurzer Beratung des Schöffensenats verkündet die vorsitzende Richterin das Urteil: elfeinhalb Jahre Gefängnis statt der in erster Instanz verhängten 14 Jahre Haft. Die bisher verbüßten 25 Monate in Untersuchungshaft werden angerechnet. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Für den einstigen Rockerboss steht fest: „Ich will wieder ein geregeltes Leben führen.“

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