11. Mai 2014

Verlogen

Sport
10.05.2014 16:32
Manchmal hat man den Eindruck, dass Konzerne das menschenverachtende Böse sind – nicht nur am 1. Mai, wenn auch Politiker pflichtgemäß die roten Fahnen in die Höhe strecken, aber nach dem Ende ihrer Amtszeit oft an der Front kapitalistischer Umtriebe stehen: etwa der deutsche Ex-Kanzler Gerhard Schröder, der bei Putins Gazprom mehr als eine Million Euro im Jahr verdient.

Ähnlich verlogen geht's im Fußball zu: Unter dem Motto "Getrennt in den Farben, in der Sache vereint" läuft in unserem Sprachraum eine Social-Media-Kampagne zur Zerschlagung der Red-Bull-Dominanz in Leipzig – der Song des Kult-Rappers M.I.K.I, einem begeisterten Dortmunder, ist der Hit auf YouTube.

Unter diesen Protestierenden sind auch Fangruppen, die es sonst mit dem Recht nicht ganz so ernst nehmen, die aber von der Deutschen Fußballliga die strikte Umsetzung der Regeln fordern: "50 plus 1" ist das Schlagwort, das auch musikalisch transportiert wird, also der Paragraf, der verhindern soll, dass Kapitalgesellschaften bei Vereinen die Stimmenmehrheit erlangen. Ich bin neugierig, ob gerade diese Minderheit von Anhängern ab jetzt alle Gesetze, etwa wenn es um Gewalt und Pyrotechnik geht, einhält.

Fest steht, dass der energetische Red-Bull-Machtrausch in Leipzig zu offensichtlich war, und das kann man kritisieren – aber letztlich brauchen Klubs schlicht und einfach Geld, um gute Leistungen bringen zu können. Ist das nicht der Fall, dann sind es gerade Teile dieser jetzt gegen das Unternehmen aus Fuschl hetzenden Fanatiker, die dann auf ihre eigenen Funktionäre losgehen: wegen mangelnden Erfolgs!

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