Zu Hause vorm Fernseher spürte ich aber den Siegeshunger, den man nur in der Welt des Sports kennt. Egal, wie meine Meinung zu dem auf weiblich getrimmten männlichen Marketingprodukt ist, als der Moderator beim Song Contest in Kopenhagen "Austria" ins Mikrofon schrie und unser Teilnehmer als letzter Finalist feststand, sprang ich auf und jubelte. So sind halt die Gene, dagegen bist du machtlos.
Wer den Sport auf seinen körperlichen, mentalen und seelischen Festplatten gespeichert hat, der kann gar nicht anders: Für uns zählt die Leistung – und wir freuen uns besonders mit Landsleuten, die sie erbringen.
Deswegen halte ich auch die Entwicklung im Weltfußball mit dem neu aufgeflammten Rassismus und der grenzenlosen Gewaltbereitschaft für einen gefährlichen Brandherd. Diese entsetzlich dumme Minderheit tritt all das mit Füßen, für das die überwiegende Mehrheit steht: Bewunderung für Ausnahmekönner, egal, wie er oder sie aussieht.
Natürlich freuen sich alle, wenn die eigene Mannschaft gewinnt – ohne Emotionen würde der Spitzensport seine Bedeutung verlieren: Aber diese Verbundenheit darf niemals derart ausarten, dass man wie in Italien auf gegnerische Fans schießt oder wie im WM-Land Brasilien Spieler krankenhausreif schlägt – nur weil sie eine schwarze Hautfarbe haben.
Diese Auswüchse sind uns sicher nicht Wurst.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.