Die Verhandlungen über kürzere Arbeitszeiten und höhere Gehälter in den Ordensspitälern für das nichtärztliche Personal gehen heute Nachmittag in die fünfte Runde. Die „Krone“ erfuhr vorab: Kommt es zu einer Einigung, soll erstmals die gesamte Belegschaft über das Verhandlungsergebnis entscheiden.
Die Gewerkschaftsvertreter und Verhandler wollen nichts unversucht lassen: Als Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander (ÖVP) zu Beginn der Woche auf dem Weg zu einem Termin im Linzer Ursulinenhof war, wurde sie aufgehalten. Vertreter des nichtärztlichen Bereichs der Ordensspitäler übergaben der Landeshauptmann-Stellvertreterin ein Kuvert mit einem Brief. Darin wird die Landesregierung aufgefordert, „die dringend notwendige Entlastung für die Beschäftigten in den oberösterreichischen Ordensspitälern zu finanzieren“.
Konkret geht es um eine Erhöhung der Gehälter zumindest in Höhe der Inflation sowie um eine stufenweise Reduktion der Wochenarbeitszeit auf 35 Stunden bis 2030. Gewerkschafterin Sabine Weilnböck, beschäftigt bei den Barmherzigen Schwestern, sagt: „In Oberösterreich arbeiten viele am Limit. Zu lange Arbeitszeiten und zu wenig Personal gefährden auf Dauer eine gute Betreuung.“
Persönlich bin von der österreichischen Sozialpartnerschaft überzeugt. Sie hat schon oft tragfähige Lösungen erarbeitet.

Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander, ÖVP
Bild: Markus Wenzel
Nach dem Streik am 22. Jänner gehen die Verhandlungen heute in die fünfte Runde. Eine Einigung zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaft würde jedoch nicht automatisch gelten: Alle Beschäftigten sind für Donnerstag und Freitag zu einer „Rückkopplung“ aufgerufen, bei der sie das Ergebnis annehmen – oder ablehnen können. Diese Form der Abstimmung sei einmalig, sagt Weilnböck: „Demokratischer sind Abstimmungen in Kollektivvertragsverhandlungen, so weit wir wissen, noch nie abgelaufen.“
Haberlander habe die Arbeitgebervertreter über das direkte Zusammentreffen mit den Gewerkschaftern und über den Inhalt des Briefes informiert, erfuhr die „Krone“. An ihrer Linie, sich nicht einzumischen, halte sie aber fest: „Ich persönlich bin von der österreichischen Sozialpartnerschaft überzeugt. Sie hat schon oft tragfähige Lösungen erarbeitet. Ich appelliere im Geiste dieser guten Sozialpartnerschaft, am Verhandlungstisch konstruktive Lösungen zu entwickeln“, sagt Haberlander.
Vor der heutigen Neuauflage der KV-Verhandlungen wurde zudem mit einer Kampagne in sozialen Medien Stimmung gemacht. Auf einem Sujet heißt es etwa: „Pflege trägt zu viel. Viermal höheres Suizidrisiko.“ Das fanden manche Gewerkschafter geschmacklos und überzogen – sie traten aus.
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